Irak: "Irakische Polizisten greifen im Süden des Landes Augenzeugen zufolge Dörfer an auf der angeblichen Suche nach Deserteuren. Dabei werden Menschen ohne Befehl verhaftet, Häuser zerstört und Flüchtende erschossen", heißt es im Bericht des UN-Sonderberichterstatters (dpa/taz v. 10.3.2001, vollständiger Abdruck, M0080).
Irak: Nachdem die PUK unter Talabani die aus der Türkei kommenden PKK-Kämpfer
zunächst willkommen geheißen hat, sucht sie jetzt die militärische Unterstützung
der Türkei, um die Gäste wieder los zu werden; die PKK-Kämpfer hatten sich zuvor
immer mehr als Besatzungsmacht geriert; dies hat im Dezember 2000 zu massiven
Kämpfen zwischen PKK und PUK geführt (taz 12.1.2001, L9567;
zuvor schon NZZ v. 13.12.2000,
L9760).
Anmerkung: Wir gehen wegen nicht fern liegender Gefahr der Manipulation
nicht auf die Berichte u.a. des Observer vom 6.12.2000 ein, wonach ein hoher
ehemaliger Funktionär des irakischen Regimes frühere Anschuldigungen von Exil-Oppositionellen
(tausendfache schwerste Menschenrechtsverletzungen) bestätigt habe (vgl. Jungle
World 13.12.2000, L9754).
Irak: Laut einem internen Bericht des britischen Außenministeriums sollen
Angehörige des Familienclans von Saddam Hussein in den letzten Wochen zahlreiche
Todesurteile unterschrieben haben, berichtet der Guardian vom 3.11.2000
(L9040). 30
Prostituierte sollen geköpft worden sein (bestätigend ai, UA v. 3.11.2000,
MDE 14/015/2000, L9132).
Weitere Opfer waren Personen, die den nötigen Respekt vor Saddam Hussein und
seinem Clan haben vermissen lassen. Schließlich sollen 50 Geisteskranke anstelle
von Gefangenen, die sich durch Bestechung freigekauft haben, getötet worden
sein.
Bei einem Bombenanschlag in Arbil sind 6 Menschen getötet, 17 weitere verletzt
worden (afp/taz v. 17.11.2000, L9174).
Im Nord-Irak ist ein PUK-Kritiker und Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen
Arbeiterpartei Iraks vom Geheimdienst der PUK verhaftet worden (ai, UA v.
3.11.2000, MDE 14/014/2000, L9131).
Irak: Drei Raketen sind in Wohnvierteln Bagdads eingeschlagen; die irakische
Führung macht den Iran dafür verantwortlich (BBC 17.9.2000, L8831).
Die interne Machtstruktur im Vorfeld des erwarteten Abtretens von Saddam Hussein
beleuchtet ausführlich ein Bericht des privaten Nachrichtendienstes Stratfor.com
vom 3.10. 2000 (L8730).
Irak: Irakische Oppositionelle im Exil werden über Video und
Telefon zu Zeugen der Folterungen naher Familienangehöriger gemacht (The
Observer, 9.7.2000, L7274)
In der regierenden Baath-Partei soll es zu einer größeren Säuberung
gekommen sein, schreibt die oppositionelle Iraq Foundation am 6.7.2000 (L7307).
Der private Nachrichtendienst Stratfor ( www.stratfor.com
) vertritt unter Nennung einzelner Beispiele die Auffassung, dass der Irak im
Iran verstärkt gegen dort ansässige Exilgruppen vorgeht; dieses Vorgehen würde
durch die Regierung in Teheran unterstütz (20.7.2000, L7519).
Irak: 3 Mitglieder der Irakischen Kommunistischen Arbeiterpartei (IWCP) sind in der nord-irakischen Zone der PUK (Patriotische Front von Kurdistan) verhaftet worden (ai UA Extra 20/00 v. 7.3.2000, L6009).
rak: Nach einem Bericht der Iraqfoundation wurde ein höherer Offizier der Republikanischen Garde nach einem unfairen Verfahren mit unklarem Vorwurf exekutiert (23.2.2000, L5828). Nach einem weiteren Bericht dieser Organisation, welcher sich auf einen Artikel der jordanischen Zeitung Al-Hayat vom 2.3.2000 bezieht, hat es bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen dem irakischen Militär und Angehörigen des Stammes der Duleimi im Gebiet von Beiji, nördlich von Tikrit, gegeben (3.3.2000, L5829).
Laut einem Bericht der in London herausgegebenen irakischen Oppositionszeitung Az-Zaman sei ein Putschversuch unter Leitung des Generals Abdel Karim Hussein a-Dulaimi, Kommandant der zweiten Brigade der Revolutionsgarde, gegeben (AFP/NZZ 1.3.2000, L5945).
Irak: Eine irakische Zeitung bezeichnete die 3.000 Oppositionellen der verschiedensten Gruppierungen, die Ende Oktober in New York zu einer Konferenz zusammentrafen, als Verräter (The Observer 31.10.99, L4600). Nach Angaben der oppositionellen Kommunistsischen Partei Iraks sind 9 Angehörige von Personen, die mutmaßlich an einem Attentatsversuch auf Saddam Husseins ältesten Sohn in 1996 beteiligt gewesen sind, hingerichtet worden (Guardian, 21.11.99, L4759). Die Zwangsumsiedlungen der Kurden aus den Erdöl-Provinzen Kirkuk, Mosul und Erbil werden weiter intensiv fortgesetzt (Internationaler Verein für Menschenrechte der Kurden, Wocheninformationsdienst Nr. 43 v. 18.11.99, L4816). 18.000 irakische Flüchtlinge (überwiegend Kurden, aber auch Schiiten) sind nach Angaben eines iranischen Beamten in den Irak zurückgekehrt, unklar blieb dabei, in welche Teile die Flüchtlinge zurückkehrten (BBC 16.11.99, L4844).
Irak: Nach Angaben der oppositionellen Kommunistischen Partei sind 26 Regimegegner auf persönliche Weisung von Saddam Hussein hingerichtet worden; die Hinrichtungen stünden in Zusammenhang mit den Protesten in den südlichen, mehrheitlich schiitisch bevölkerten Provinzen (taz 14.9.99, L4007).
Irak: Aufgrund der zunehmend kritischen Lebensbedingungen engagiert sich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) verstärkt in den Bereichen medizinische Versorgung und Trinkwasseraufbereitung; gleichzeitig wird von einer Getreidemißernte berichtet (NZZ 29.7.99, L3529). Ai meldet in einer Urgent Action vom 15.7.99 (Extra 86/99, MDE 16/11/99, L3642), daß irakische Staatsbürger möglicherweise vom irakischen Geheimdienst aus Jordanien nach Irak entführt worden sein sollen.
Irak: 6 Mitglieder der Irakischen Kommunistischen Arbeiterpartei (IWCP) sollen Mitte April dieses Jahres von Angehörigen der "Parastin", dem Sicherheits- und Geheimdienst der "Demokratischen Partei Kurdistans" (KDP) festgenommen und gefoltert worden sein. (ai, UA Extra 67/99, MDE 14/04/99 vom 09.06.1999, L3111)
Irak: Bei Unruhen im Nachgang zur Erschießung des höchsten schiitischen Geistlichen sind in einem Stadtteil von Bagdad und der 160 Kilometer südwestlich von Bagdad gelegenen Stadt Nadschaf zahlreiche Schiiten erschossen und verhaftet worden (SZ 22.2.1999, N233). Ein schiitischer Aufstand in Basra wurde niedergeschlagen (taz 22.3.99, N319)