Syrien: Konträr zu den ersten Anzeichen der Liberalisierung nach der Machtübernahme durch Assad Junior scheinen die Hardliner im Apparat wieder an Einfluss zu gewinnen; es gibt wieder politische Verhaftungen (The Economist vom 22.3.2001, M0355).
Syrien: 600 politische Häftlinge sollen nach dem Willen des neuen Präsidenten in Bälde freigelassen werden; außerdem soll eine Generalamnestie u.a. für Straftaten wie Desertion und Schmuggel verkündet werden (dpa/taz v. 17.11.2000, L9173; Syrian Human Rights Comittee v. 19.11.2000, L9187 oder www.shrc.org).
Syrien: Einige Mitglieder der verbotenen Muslim-Bruderschaft und andere politische Gefangene sind auf Veranlassung des neuen syrischen Präsidenten freigelassen worden (The Economist, 28.7.2000, L7655). Nach Angaben der NZZ handele sich um 30 politische Gefangene, davon 25 aus dem Kreis der Muslim-Bruderschaft und 5 Mitglieder der Kommunistischen “Aktions-Organisation” (NZZ, 31.7.2000, L7714). Nach Angaben von Human Rights Watch gibt es allerdings weiterhin 1500 bis 1600 politische Gefangene (Presseerklärung vom 28.7.2000, L7675).Mehrere hochrangige Personen sind wegen des Verdachts der Korruption verhaftet worden oder zur Verhaftung ausgeschrieben worden (www.stratfor.com vom 25.7.2000, L7679).
Syrien: Der neue Machthaber Bashar al-Assad will nach Ende der Trauerfeierlichkeiten für seinen verstorbenen Vater die Anti-Korruptionskampagne fortsetzen (The Guardian 19.6.2000, L7168).
Syrien: Die Namen der Menschen, die (mindestens) von der jüngsten Verhaftungswelle seit Dezember 1999 betroffen waren, veröffentlichte das Syrian Human Rights Committee am 21.3.2000 unter www.shrc.org (L6200); die Liste enthält 103 Namen und dürfte später unter der genannten Adresse aktualisiert werden.
Eine Frau und zwei Familienmitglieder sind verhaftet worden und seit dem verschwunden, weil sie sich auf offener Strasse regierungskritisch geäußert haben (ai MDE 24/04/00, UA 48/00 v. 24.2.2000, L5902)
Syrien: Der private Nachrichtendiens Stratfor (www.stratfor.com) berichtet von umfangreichen Säuberungen in führenden syrischen Gesellschaftsschichten, um den Aufstieg von Assads Sohn zu seinem Nachfolger vorzubereiten (25.2.2000, L5738).
Syrien: ai zeigt sich besorgt über die wachsende Zahl an Verhaftungen von Oppositionellen, dabei insbesondere solche der islamischen Hizb ut-Tahrir sowie der Muslim-Bruderschaften; Hizb ut-Tahrir beziffert seine Verhafteten auf 500 bei steigender Tendenz (BBC 2.2.2000, L5665). In dem Original der Urgent Action von ai ist von der Verhaftung von mindestens 300 Personen allein seit dem 12.12.1999 sowie der in Syrien üblichen systematischen Folter die Rede; die Verhafteten gehörten zu Gruppen, die jegliche Friedensbereitschaft gegenüber Israel ablehnen (Extra 5/00, MDE 24/01/00 v. 1.2.2000, L5486). Siehe zu diesem Thema auch den Hinweis in ASYLMAGAZIN 3/2000 auf die Veröffentlichung aller (?) Namen politischer Gefangener im Internet.