PKK folgt Öcalans Friedensappell
ky. Istanbul (Eigener Bericht) Die separatistische Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) will dem Friedensaufruf ihres zum Tode verurteilten Führers Abdullah Öcalan folgen und sich bis zum 1. September aus der Türkei zurückziehen. Unsere Partei erklärt öffentlich ihre volle Übereinstimmung mit dem Aufruf des Genossen Ehrenvorsitzenden Öcalan, und sie wird ihre Aktivitäten auf dieser Grundlage abwickeln, heißt es in einer Erklärung des PKK-Kommandorats, die von der kurdischen Nachrichtenagentur DEM verbreitet wurde.
Öcalan hatte die PKK-Kämpfer zuvor von seiner Zelle auf der Gefängnisinsel Imrali aus dazu aufgerufen, die Waffen niederzulegen und sich aus dem Kampfgebiet zurückzuziehen. Die Türkei hat eher ablehnend auf die Aufrufe reagiert. Staatspräsident Süleyman Demirel erklärte, das Angebot der PKK-Führung werde nichts an den Anti-Terror-Maßnahmen der Türkei ändern. Regierungschef Bülent Ecevit hatte bereits am Mittwoch Verhandlungen mit Terroristen kategorisch ausgeschlossen. Die PKK-Führung hingegen bezeichnete ihren jüngsten Schritt als neue Phase unserer nationalen Befreiung. Dies sei der einzige Weg, um die Kurdenfrage zu lösen.
Unterdessen hat der türkische Generalstaatsanwalt
Vural Savas den Kassationsgerichtshof aufgefordert, das
Todesurteil gegen Öcalan zu bestätigen.
Obwohl Vertreter des Auslandes Druck ausüben,
wird die Zustimmung zum Urteil über den Angeklagten
Abdullah Öcalan erbeten, heißt es in
einem Schreiben von Savas an das Kassationsgericht. Diese
letzte Instanz prüft zur Zeit das Urteil. Falls das
Kassationsgericht das Urteil bestätigt, müssen
noch das türkische Parlament und der
Staatspräsident einer Hinrichtung des PKK-Chefs
ausdrücklich zustimmen. Öcalan war am 30. Juni
wegen Hochverrats zum Tode verurteilt worden. Allerdings
ist in der Türkei seit 1984 kein einziges Todesurteil
mehr vollstreckt worden. (Seite
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