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Montag, 9. August 1999
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NZZ Tagesausgabe

Neue Zürcher Zeitung AUSLAND Montag, 09.08.1999 Nr. 182  2

Gespannte Lage in Kosovo

Opposition für Milosevic
«verlängerter Arm des Bösen»

Pristina, 8. Aug. (dpa/afp) Neue Zwischenfälle in Kosovo haben am Wochenende die Spannungen zwischen der UCK und den Kfor-Truppen verschärft. Am Samstag wurde ein französischer Soldat bei Ausschreitungen von Kosovo-Albanern durch Messerstiche verletzt. Auch am Sonntag warfen Kosovo-Albaner bei Demonstrationen mit Steinen nach französischen Soldaten. In der geteilten Stadt Mitrovica hatte die Kfor am Samstag ihre Einheiten verstärkt, nachdem sich Hunderte Albaner Zutritt zum serbisch-kontrollierten Teil der Stadt hatten verschaffen wollen. Den Vorwurf der Albaner, die Kfor kollaboriere mit den Serben, wiesen die Franzosen zurück. Ein Kfor-Sprecher stellte klar, dass ohne die von den Soldaten eingerichteten Kontrollen in der geteilten Stadt Besuche im jeweils anderen Viertel nicht möglich wären. Auch in anderen Teilen der Provinz kam es zu neuen Gewalttaten.

    Belgrad, 8. Aug. (dpa/afp) In Serbien setzte die demokratische Opposition ihre Proteste gegen den jugoslawischen Präsidenten Milosevic fort. Oppositionsgruppen veranstalteten gemeinsame Kundgebungen in der Vojvodina, wie die Nachrichtenagentur Beta meldete.

    (ap) Erstmals seit Beginn der Proteste gegen ihn hat Milosevic direkt darauf reagiert. Er bezeichnete am Freitag die Opposition als verlängerten Arm des Bösen und erklärte weiter: «Wir werden dem Druck nicht nachgeben, durch den die Nato mit Hilfe verschiedener korrupter Politiker versucht, unsere Stabilität zu untergraben.»

Zagreb will
Martinovic ausliefern

    Zagreb, 8. Aug. (afp) Die kroatische Regierung will Vinko Martinovic an das Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellen. Dem Entscheid war ein langes politisches Seilziehen vorausgegangen. Der 35jährige bosnische Kroate, der den Decknamen «Stela» trägt, soll in den Jahren 1993 und 1994 bei Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kroaten Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt haben.

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