Blutiger Kampf um Bujumbura
Zunächst wollte keiner die Warnungen ernst nehmen. Als aber dann tatsächlich die Rebellen den Markt stürmten, als Schüsse zu hören waren, rannten die Einwohner der Ortschaft Kanyosha in Burundi um ihr Leben. Ich drehte mich um und sah die Rebellen, sagte ein Augenzeuge. Sie erschossen gerade einen Soldaten. Mindestens elf weitere Menschen starben, alles Aufständische, wie es offiziell heißt. Etwa 4000 Einwohner Kanyoshas wollten während der Kämpfe nach Bujumbura fliehen, in die sieben Kilometer entfernte Hauptstadt, doch dort wurden sie nicht reingelassen. Statt in der Stadt suchten die Menschen daraufhin Schutz in den umliegenden Bergen.
Allein in den vergangenen eineinhalb Wochen wurden in Burundi mindestens 30 Menschen getötet. Auch am Donnerstag waren die Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und Soldaten rund um die Hauptstadt Bujumbura noch nicht beendet. In diesem schon sechs Jahre dauernden Bürgerkrieg kämpfen Hutu-Rebellen gegen die von Tutsi dominierte Regierung und Armee. Mindestens 150 000 Menschen wurden seit 1993 getötet. Mehrere Präsidenten regierten nur kurz entweder wurden sie gestürzt oder kamen auf ungeklärte Weise ums Leben.
Seit 1996 ist Pierre Buyoya im Amt, ein Tutsi. Seine Volksgruppe unterdrückt die Hutu-Mehrheit in Burundi mit Gewalt. Doch auch die Hutu untereinander sind zerstritten, was eine Lösung des Konflikts noch schwieriger macht. Ein Grund, warum sich die Kämpfe zwischen Hutu-Milizen und Regierungssoldaten in Burundi jüngst wieder verstärkt haben, ist der Friedensplan für die Demokratische Republik Kongo. Auch dort kämpfen Hutu-Rebellen. Diese sind für den Völkermord an den Tutsi in Ruanda verantwortlich. Unterstützt werden sie von den Hutu aus Burundi.
Da der Friedensplan für den Kongo vorsieht, dass die
Hutu-Milizen entwaffnet werden sollen, bringen viele
Rebellen ihre Waffen nach Tansania. Von dort aus, so die
Regierung in Burundi, würden die Hutu ins Land
eindringen und gegen die Tutsi Krieg führen. 1500
bewaffnete Aufständische seien in den vergangenen
zwei Wochen aus Tansania gekommen, um die Hutu-Milizen
rund um die Hauptstadt zu unterstützen, berichtet die
Nachrichtenagentur Reuters. Die derzeitige
Verstärkung der Hutu-Truppen und der Kämpfe rund
um die Hauptstadt hängt aber auch damit zusammen,
dass der Verteidigungsminister Burundis vor kurzem seinen
Amtskollegen in Tansania gebeten hat, eine internationale
Truppe aufzustellen, um die gemeinsame Grenze zu sichern.
Diese Bitte wurde von Tansania abgelehnt.
Michael
Bitala
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