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NZZ TagesausgabeNeue Zürcher Zeitung AUSLAND Freitag, 03.09.1999 Nr. 204 1
Diyarbakir, 2. Sept. (afp) Die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) hat ihren bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat endgültig für beendet erklärt. Das sagte der Bruder des inhaftierten PKK-Chefs Abdullah Öcalan, Osman Öcalan, am Mittwoch abend im PKK-nahen Fernsehsender Media-TV. Er gilt als einer der einflussreichsten Kommandanten in der Guerilla. Selbst eine Hinrichtung seines Bruders Abdullah in der Türkei bedeute nicht automatisch, dass die PKK den bewaffneten Kampf wieder aufnehme, sagte Osman Öcalan. Allerdings seien die Anhänger der Kurdenorganisation in diesem Fall kaum noch unter Kontrolle zu halten. Er betonte, der in der vergangenen Woche begonnene Rückzug der Kurdenorganisation aus der Türkei sei noch nicht abgeschlossen. Er könne sich bis zum Ende des Jahres hinziehen. 75 Prozent der PKK-Kämpfer seien nach wie vor auf türkischem Boden. Die türkische Armee war in den vergangenen Tagen an mehreren Stellen des Kurdengebietes gegen PKK-Einheiten vorgegangen. Es bleibt allerdings weiterhin unklar, wohin sich die Kämpfer zurückziehen. Es wird vermutet, dass sich die PKK-Einheiten in den Nordirak absetzen. Öcalan sagte dazu lediglich, es gebe noch andere Gebiete, in denen sie Zuflucht finden könnten. Er nannte unter anderem den Balkan, den Nahen Osten sowie den Kaukasus und Europa.
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