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Kosovo

Neue Gewalttaten gegen Roma und Serben

PRISTINA/PRIZREN, 2. September (dpa/rtr). Soldaten der Friedenstruppe Kfor haben in Kosovo die Leichen von vier ermordeten Roma entdeckt. Die Familie sei in einem Ort bei Istok im Westen der Provinz erschossen worden, teilte die Kfor am Donnerstag in Pristina mit. Bei Ljosepici eröffneten Unbekannte das Feuer auf ein Auto mit Serben. Dabei wurde ein Mann getötet und ein Mann verletzt.

In der Kosovo-Ortschaft Gracanica protestierten Serben am zweiten Tag in Folge mit einer Straßenblockade gegen die Entführung von Landsleuten protestiert. Der Protest folgte dem Kidnapping eines serbischen Mannes. Soldaten ließen keinen Verkehr durch, um Zusammenstöße zu verhindern.

Britische Polizisten entdeckten indessen ein weiteres Massengrab mit etwa 50 Toten. Es wurde nach Angaben des britischen Außenministers Robin Cook im Ort Ljubizda bei Prizren in einer Müllhalde gefunden. Beweismaterial werde dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag übergeben, sagte Cook.

Der Führer der kosovo-albanischen UCK-Milizen, Hashim Thaqi, erklärte während eines Besuches in London, die UCK habe sich vom ersten Tag an zu einer Gesellschaft der Toleranz und nicht der Rache verpflichtet gefühlt. Er fordere alle aus Kosovo geflüchteten Serben auf zurückzukehren.

In Prizren traf Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) zu einem eintägigen Besuch deutscher Truppen in Kosovo ein. Es war die zweite Reise Scharpings in die Krisenprovinz, wo etwa 4800 deutsche Soldaten Dienst tun.

 

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Copyright © Frankfurter Rundschau 1999
Dokument erstellt am 02.09.1999 um 20.45 Uhr
Erscheinungsdatum 03.09.1999

 

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