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Militärherrschaft

Massenproteste in Burma blieben vorerst aus

RANGUN, 9. September (afp). Angesichts scharfer Sicherheitsmaßnahmen sind die erwarteten Massenproteste gegen die Militärjunta in Burma am Donnerstag zunächst ausgeblieben. Diplomaten berichteten, in den Straßen der Hauptstadt Rangun sei es zum symbolträchtigen 9.9.99 ungewöhnlich ruhig. Zahlreiche Läden und Restaurants seien geschlossen und alle Straßen zur Zentrale der oppositionellen Nationalen Liga für Demokratie (NLD) gesperrt worden. In der Stadt patrouillierten mehr Soldaten als sonst. Auch aus anderen Städten des Landes wurde verschärfte Militärpräsenz gemeldet. Die Opposition hatte zu landesweiten Massenprotesten aufgerufen, um an die blutige Niederschlagung eines Volksaufstands am 8.8.88 zu erinnern.

Die Junta dementierte Berichte, sie habe angesichts der erwarteten Proteste bereits im Vorfeld etwa 500 Oppositionelle festnehmen lassen. Stattdessen war offiziell nur von 40 Festnahmen die Rede. Unter den Betroffenen waren auch zwei britische Menschenrechts-Aktivisten. Vertreter Großbritanniens bemühten sich auch am Donnerstag vergeblich um eine Kontaktaufnahme mit den beiden. Drei weitere Ausländer seien gewaltsam an Demonstrationen vor der britischen und der australischen Botschaft gehindert worden, hieß es ferner in Rangun.

Im benachbarten Thailand versammelten sich am Donnerstag rund 300 Junta-Gegner vor der burmesischen Botschaft. Einige schlitzten ihre Arme auf und schrieben mit ihrem Blut die Zahlen "9999" auf ein Papier, dann verbrannten sie das Dokument.

 

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Copyright © Frankfurter Rundschau 1999
Dokument erstellt am 09.09.1999 um 20.45 Uhr
Erscheinungsdatum 10.09.1999

 

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