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Montag, 20. September 1999
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NZZ Tagesausgabe

Neue Zürcher Zeitung AUSLAND Montag, 20.09.1999 Nr. 218  2

Erneut Falun-Gong-Mitglieder
in China festgenommen

Hartes Vorgehen angekündigt

Peking, 19. Sept. (dpa/afp) Die chinesische Polizei hat in einer landesweiten Aktion mehr als 300 Anhänger der verbotenen Falun-Gong-Bewegung festgenommen. Vor den Feiern zum 50jährigen Bestehen der Volksrepublik China haben die Behörden am Sonntag ein hartes Vorgehen gegen die Bewegung angekündigt. Die Falun-Gong-Mitglieder wurden in Peking und acht anderen Städten aufgegriffen, weil sie die Lehre der Bewegung - eine Mischung aus buddhistischer und taoistischer Philosophie sowie Kampfsport - in der Öffentlichkeit ausgeübt hatten. Dies teilte das in Hongkong ansässige Informationszentrum für Menschenrechte und demokratische Bewegung in China am Sonntag mit.

    Die Falun-Gong-Bewegung wurde in einem Kommentar der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit einem Krebsgeschwür verglichen. Der Tumor sei zwar entfernt, das Virus aber nage noch immer an der Gesellschaft, heisst es in dem Kommentar, der in fast allen Zeitungen des Landes abgedruckt wurde. Eine Pekinger Zeitung berichtete, 20 Anhänger der Sekte seien bereits am Donnerstag festgenommen worden. Sie hätten in Nanchang, der Hauptstadt der östlichen Provinz Jianxi, «Unruhen angestiftet». Sie müssten mit einer harten Bestrafung rechnen. Die chinesische Regierung hatte die Falun-Gong-Bewegung im Juli verboten und Zehntausende von Mitgliedern festnehmen lassen.

Militärstab für Taiwan-Konflikt gebildet

    Hongkong, 19. Sept. (Reuters) China hat laut einem Bericht der Hongkonger Zeitung «Ming Pao Daily» einen speziellen Militärstab für den Fall eines bewaffneten Konflikts mit Taiwan gebildet. Dies meldete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf Militärkreise. Der Stab unterstehe Präsident Jiang Zemin und werde vom stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralen Militärkommission, General Zhang Wannian, geleitet. Unter dessen Kommando stünden unter anderem Verteidigungsminister Chi Haotian und der Chef des Stabes der Volksbefreiungsarmee, General Fu Quanyou. Der Stab sei gegründet worden für den Fall, dass die Volksrepublik China Gewalt gegen Taiwan anwenden müsse, heisst es in dem Bericht. Taiwans Präsident Lee Teng Hui hatte im Juli erklärt, bei den Beziehungen zwischen China und Taiwan handle es sich um solche zwischen zwei Staaten. Daraufhin hatte China für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung Taiwans mit einer Invasion gedroht.

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