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Russland schneidet Zivilisten Fluchtwege ab Tschetschenien meldet fast 200 weitere Tote Von Florian Hassel Russland hat allen internationalen Protesten zum Trotz die Angriffe in Tschetschenien fortgesetzt und Zivilisten die letzten Fluchtwege versperrt. Zugleich lieferte Moskau die inzwischen vierte Version der verheerenden Explosionen auf dem Marktplatz von Grosny. MOSKAU, 24. Oktober. Auch nach dem Blutbad von Grosny bombardiert das russische Militär unvermindert tschetschenische Dörfer und Städte. Allein am Freitag und Samstag seien 163 Menschen getötet worden, teilte das tschetschenische Gesundheitsministerium mit. Am frühen Sonntag sollen nach Angaben des Pressedienstes von Präsident Aslan Maschadow 23 Menschen bei einem Raketenangriff auf das Dorf Wedeno gestorben sein. Auch in den Städten Samaschkij und Bamut gingen die Angriffe weiter.Russland schloss am Wochenende den Grenzposten bei Slepzowsk und unterbrach den Verkehr zwischen Grosny und Nasran, der größten Stadt im westlich an Tschetschenien grenzenden Inguschetien. Die Straße war die Hauptroute für die Flucht von bisher mehr als 170 000 Menschen aus Tschetschenien. Etliche sitzen nach Berichten des russischen Fernsehens nun auf tschetschenischem Gebiet fest. Russland will mit der Schließung des Grenzpostens offenbar auch die Einreise ausländischer Journalisten - und damit die Berichterstattung aus Tschetschenien - verhindern. Zu den Explosionen in Grosny, bei denen nach tschetschenischen Angaben mehr als 140 Menschen starben, wurden neue Einzelheiten bekannt. Die Tageszeitung Iswestija meldete, die russische Artillerie habe von Stellungen nahe Tarskoje in Nordossetien vier Raketen auf Grosny abgefeuert, um den Sitz von Präsident Aslan Maschadow zu treffen. Dort habe zu dieser Zeit eine Versammlung tschetschenischer Kommandeure stattgefunden. Mit einer weiteren Erklärung der Ereignisse in Grosny wartete Agenturen zufolge der stellvertretende Generalstabschef Walerij Manilow auf: Auf Grund eines "nicht-militärischen russischen Sondereinsatzes" sei es zu Auseinandersetzungen zwischen tschetschenischen "Banden" gekommen. Dabei sei - wie von russischer Seite geplant - ein größeres Waffenlager explodiert. Die Kritik des US-amerikanischen Vize-Außenministers Strobe Talbott an der wachsenden Zahl ziviler Opfer wies Manilow zurück: Talbott habe "nur indirekt erfasst, was im Nordkaukasus tatsächlich geschieht".
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