Neue Zürcher Zeitung AUSLAND Montag, 06.12.1999 Nr. 284  5

Peking bekämpft
eine weitere Bewegung

Massnahmen der Polizei in Shaanxi

U. Sd. Peking, 5. Dezember

    

    Die kommunistische Führung Chinas hat offenbar einer weiteren Meditationsbewegung den Kampf angesagt. Wie am Wochenende das in Hongkong basierte Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie mitteilte, schloss die Polizei in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi das «China Traditional Culture Training Institute» und zerstreute ungefähr 2000 Mitglieder der Bewegung Zhong Gong, die in dem Trainingszentrum ihr Hauptquartier hatte. Laut dem Hongkonger Zentrum könnte dies bedeuten, dass die chinesische Regierung nach der Meditationsbewegung Falun Gong auch Zhong Gong als eine «bösartige Sekte» definiert hat und sie mit polizeilichen und gerichtlichen Mitteln zu bekämpfen gedenkt. Zhong Gong ist ähnlich wie Falun Gong eine Gruppe, die das klassische Qi Gong mit anderen Elementen chinesischer Meditationsrituale verbunden hat und durch einen streng geregelten, achtstufigen Analyse- und Selbstfindungsprozess Krankheiten zu heilen und das Wohlbefinden zu steigern sucht. Gründer der Bewegung, die nach eigenen Angaben 20 Millionen Mitglieder hat, ist ein gewisser Zhang Hongbao; er lebt in der Stadt Xian unter strenger polizeilicher Bewachung.

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