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NZZ TagesausgabeNeue Zürcher Zeitung AUSLAND Donnerstag, 13.01.2000 Nr.10 2
Der Front populaire ivoirien (FPI) - am Wahlresultat von 1995 gemessen die grösste bisherige Oppositionspartei in Côte d'Ivoire - hat am Mittwoch seinen Boykott der Übergangsregierung beendet und mit seinen vier Ministern an einer Kabinettsitzung teilgenommen. Der FPI-Chef und Doyen der ivoirischen Opposition gegen den Gründerpräsidenten Houphouët-Boigny und den am Heiligen Abend gestürzten Präsidenten Bédié, Laurent Gbagbo, hatte sich letzte Woche noch geweigert, in der von der Militärjunta eingesetzten Regierung mitzumachen. Er hatte die Ansicht vertreten, dass die zweite bisherige Oppositionspartei, das Rassemblement des républicains (RDR), darin übervertreten sei, zumal mehrere Vertreter der Junta in der Regierung dem RDR sehr nahe stünden. Nach intensiven Gesprächen zwischen dem Juntachef Guéï und Gbagbo verlautete am Dienstag, der FPI habe zwei zusätzliche Ministerposten zugesprochen bekommen. Am Mittwoch nahmen allerdings nur die vier ursprünglich berufenen FPI-Minister an der Kabinettsitzung teil.
Frankreich hat unterdessen einen Teil seiner militärischen Zusammenarbeit mit Côte d'Ivoire suspendiert. Entsprechende Berichte aus Abidjan wurden von Paris bestätigt. Allerdings stellten nur 16 der insgesamt 37 militärischen Coopérants ihre Arbeit ein. Paris beeilte sich zu unterstreichen, dass die Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit und Erziehung und bei anderen sozialen Diensten im normalen Umfang weitergeführt werde. In Abidjan wurde der Schritt mit Verweis auf die besonderen und besonders engen Beziehungen zwischen Frankreich und der Perle der früheren französischen Besitzungen in Afrika eher heruntergespielt. Es ist jedoch kein Geheimnis, dass gewisse Kreise in Paris über den Sturz Bédiés und den damit einhergehenden Aufstieg des RDR-Präsidentschaftskandidaten Ouattara überaus unglücklich sind. Ouattara hatte vor seiner Rückkehr nach Côte d'Ivoire eine hohe Kaderstellung im Internationalen Währungsfonds in Washington besetzt und soll deshalb laut verschiedenen Presseberichten in Paris als Mann Amerikas gelten.
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