Jerusalem, 9. Febr. (Reuters) In Israel sind fünf Jahre nach Zusammenstellung eines geheimen Untersuchungsberichts über Verfehlungen des israelischen Inlandgeheimdienstes Shin Bet einzelne Auszüge bekanntgeworden. Die Passagen betreffen die Verhörmethoden des Shin Bet während des Palästinenser-Aufstands, der Intifada. Die neun Seiten lange Zusammenfassung des zuvor auf gerichtliche Anordnung geheimgehaltenen Berichts scheint den Vorwurf von Menschenrechtsorganisationen zu bestätigen, wonach der Shin Bet damals systematisch palästinensische Gefangene folterte. Der Bericht der staatlichen Ermittlerin Miriam Ben-Porat bezieht sich auf die Verhöre von Palästinensern in der Zeit von 1988 bis 1992.
Seit 1987 war in Israel nach der Empfehlung der sogenannten Landau-Kommission der Einsatz leichten physischen Zwangs bei derartigen Verhören erlaubt. Laut dem am Mittwoch veröffentlichten Kurzbericht wurde während der Verhöre des Shin Bet im Gazastreifen in grossem Ausmass nicht nur von den Vorschriften der Landau-Kommission abgewichen, es wurde offenbar auch von den Beteiligten vor Gericht und vor Vorgesetzten über den gewalttätigen Umgang mit den Gefangenen die Unwahrheit gesagt. Verfehlungen habe es auf allen Ebenen der Institution und auch in anderen Haftanstalten gegeben. Auch die leitenden Mitarbeiter hätten sich insofern schuldig gemacht, als sie versäumt hätten, die entsprechenden Rechtsvorschriften in ihrem Verantwortungsbereich durchzusetzen.
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