Peking (AP) - 26.06.2000
Innerhalb einer Woche sollen in China mehr als 1.200 Anhänger
der
verbotenen Meditationsbewegung Falun Gong verhaftet worden sein.
Grund für
die Verhaftungswelle seien verstärkte öffentliche
Demonstrationen der Sekte
gewesen, berichtete das in Hongkong ansässige Informationszentrum
für
Menschenrechte und Demokratie am Montag. In insgesamt neun chinesischen
Provinzen und Städten seien Verhaftungen bekannt geworden.
Vor rund einer Woche hätten 300 Anhänger der Sekte
ihre langsamen
Bewegungsübungen in einem Park der südchinesischen
Stadt Guangzhou
ausgeübt, teilte das Informationszentrum mit. In den darauf
folgenden sieben
Tagen habe es Berichte über Zusammenkünfte von jeweils
100 Anhängern in
Peking und in der nordöstlichen Provinzhauptstadt Harbin
gegeben. Einer der
in Peking verhafteten Demonstranten wurde nach Angaben des
Informationszentrums ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem die
Polizei ihn
offenbar geschlagen hatte.
Seit dem offiziellen Verbot der Meditationsbewegung im Juli vergangenen
Jahres geht die chinesische Regierung massiv gegen Falun Gong-Anhänger
vor.
Zehntausende von ihnen wurden aufgefordert, ihren Glauben zu
widerrufen,
Tausende wurden in Arbeitslager geschickt. Trotzdem veranstalten
die
Anhänger der Sekte noch regelmäßig Demonstrationen.
Der chinesischen Regierung zufolge sind keine Anhänger der
Bewegung
misshandelt worden. Falun Gong schätzt, dass mehr als 20
ihrer Anhänger in
Haft gestorben sind.