Frankfurter Rundschau online 20.6.2000 KURZNACHRICHTEN

Noch kein Prozess gegen Malloth

PRAG (dpa). Die tschechische Justiz will ein Verfahren gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher Anton Malloth nur anstrengen, wenn der 88-Jährige nicht in Deutschland vor Gericht gestellt werden sollte. Der frühere SS-Mann Malloth befindet sich seit 25. Mai in München in Untersuchungshaft. Er soll 1943 in dem Konzentrationslager Theresienstadt einen jüdischen Zwangsarbeiter erschossen haben.

Neue Vorwürfe gegen Birdal

ISTANBUL (dpa). Der türkische Menschenrechtler Akin Birdal muss sich wegen Beleidigung des Staates vor Gericht verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, entsprechende Äußerungen im Mai 1999 bei einem Kongress des Menschenrechtsvereins gemacht zu haben. Birdal, der 1998 bei einem Attentat schwer verletzt worden war, sitzt derzeit noch wegen separatistischer Äußerungen in Haft.

Israel bestreitet Waffentest

JERUSALEM (afp/D). Israel hat einen britischen Zeitungsbericht dementiert, wonach es Marschflugkörper getestet hat, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können.

Chevron-Mitarbeiter entführt

LAGOS (afp). In Nigeria sind 22 Einheimische und zwei Ausländer entführt worden, die für Subunternehmen des US-Ölkonzerns Chevron arbeiten.

Dissident in Iran festgenommen

TEHERAN (ap). Der Vorsitzende der Islamischen Studentenvereinigung in Iran ist wegen Kritik an den Fundamentalisten festgenommen worden. Heschmatollah Tabarsadi wurde nach Angaben seiner Ehefrau am Samstagabend auf Anordnung des Revolutionsgerichts inhaftiert.

Bombe in Neu-Delhi explodiert

NEU-DELHI (ap). Bei zwei Bombenanschlägen sind in Neu-Delhi zwei Menschen getötet und mindestens elf weitere zum Teil schwer verletzt worden. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Zumeist macht die Polizei für solche Anschläge militante Kaschmir-Rebellen verantwortlich. Zuletzt waren am Sonntag bei einer Explosion in der Nähe eines Busbahnhofs zwei Menschen getötet und neun weitere verletzt worden.

US-Hilfe für Vietnam

HANOI (rtr). Die USA helfen dem einstigen Kriegsgegner Vietnam bei der Räumung von Minen aus dem Vietnam-Krieg. Hanoi soll für rund 3,4 Millionen Mark Spezialgeräte zur Beseitigung der 3,5 Millionen Landminen bekommen. Die meisten Minen befinden sich nach UN-Schätzungen in der Zentralprovinz Quang Tri. Als stark minenverseucht gilt auch das Grenzgebiet zu China und das Bergland an der Grenze Vietnams zu Laos. Die USA hatten das Unterstützungsprogramm zur Minenbeseitigung in ehemaligen Konfliktgebieten 1988 ins Leben gerufen.

 

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Dokument erstellt am 19.06.2000 um 21:02:42 Uhr
Erscheinungsdatum 20.06.2000