Teheran, 9. Juli. (Reuters) Reformkräfte um den iranischen Präsidenten Khatami haben sich am Sonntag von den prodemokratischen Studentendemonstrationen vom Vortag distanziert. Die Reformbewegung setze auf ein friedliches und vernünftiges Vorgehen und verurteile jeden Ausbruch von Gewalt, hiess es in Zeitungsberichten. In Teheran war es am Samstag zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und militanten Bürgerwehren gekommen. Die Polizei hatte Tränengas gegen rund 1000 Studenten eingesetzt, die an den Jahrestag der Studentenunruhen von 1999 erinnerten. Am Sonntag blieb es in der Hauptstadt ruhig. Auch eine führende Studentenorganisation distanzierte sich von den Demonstrationen. Einige Demonstranten hatten in Sprechchören führende Vertreter der Regierung beschimpft, unter ihnen den geistlichen Führer Ajatollah Khamenei. Militante Angehörige von Bürgerwehren, die zur islamistischen Regierung stehen, hatten die Polizeiabsperrungen durchbrochen und waren mit abgebrochenen Flaschen auf die Demonstranten losgegangen. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verletzte. Dutzende Demonstranten wurden festgenommen. Konservative Zeitungen beschrieben die Demonstranten als Hooligans und antirevolutionär und forderten die wichtigsten Studentenorganisationen auf, sich zu distanzieren.
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