Protest von Falun-Gong-Anhängern

PEKING dpa Bei neuen Protesten der Falun-Gong-Sekte auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking sind gestern 200 ihrer Anhänger festgenommen worden. Ein Großaufgebot der Polizei ging nach Augenzeugenangaben "äußerst brutal" gegen die Kultanhänger vor und transportierte sie in Bussen weg. In Flugblättern beklagten die Sektenanhänger die Verfolgung ihrer Bewegung. Staats- und Parteichef Jiang Zemin warfen sie vor, mit dem Verbot von Falun Gong gegen die Verfassung zu verstoßen. Da es keine anderen Kanäle gebe, wo gewöhnliche Leute protestieren könnten, bleibe ihnen nichts anderes, als "ihr Leben zu riskieren" und sich auf dem Platz Gehör zu verschaffen. Der Protest erfolgte genau ein Jahr nachdem Chinas KP-Führung beschlossen hatte, mit schärferen Gesetzen gegen die als "bösartigen Kult" gebrandmarkte und im Juli 1999 verbotene Sekte vorzugehen.

taz Nr. 6281 vom 27.10.2000, Seite 10, 30 Zeilen Agentur

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