amnesty international ist um die Sicherheit der oben genannten vier Männer besorgt, die in Gefahr sind, nach Angola abgeschoben zu werden, wo sie von den angolanischen Sicherheitskräften gefoltert oder getötet werden könnten.
Jose Domingos Sekunda, Paulo Mendes, Herculano Jornal Satchanga und Bartolomeu Sangueve sind am 17. bzw. 18. Oktober 2000 von den namibischen Behörden festgenommen worden. Seitdem befinden sie sich ohne Anklageerhebung in Haft. Die namibischen Behörden haben erklärt, es handle sich um illegale Einwanderer und ihre Ausweisung nach Angola angeordnet. Die vier Männer wohnen seit 1970 in Namibia, nachdem sie aus Angola geflohen waren. Sie werden verdächtigt, Anhänger der bewaffneten angolanischen Oppositionsgruppe "União Nacional para a Independencia Total de Angola" (UNITA) zu sein. amnesty international vorliegenden Berichten zufolge verüben angolanische Sicherheitskräfte häufig Menschenrechtsverletzungen an tatsächlichen oder vermeintlichen UNITA-Anhängern.
Jose Domingos Sekunda wurde am 17. Oktober 2000 von der namibischen Polizei in seiner Wohnung in Rundu im Norden Namibias festgenommen. Die Polizisten waren Berichten zufolge in Begleitung von Angehörigen einer Sondereinheit der Polizei und Beamten der Einwanderungsbehörde. Sie durchsuchten die Wohnung ohne Vorlage eines Hausdurchsuchungsbefehls und führten Jose Domingos Sekunda ab, ohne seiner Familie Gründe für seine Festnahme zu nennen. Entgegen der Information, er werde zur Polizeiwache von Rundu gebracht, fanden seine Angehörigen später heraus, dass Jose Domingos Sekunda in das Internierungslager Sarasungu unweit von Rundu gebracht wurde. Am 19. Oktober 2000 durfte seine Familie ihn kurz besuchen, seitdem jedoch nicht mehr. Trotz einer gerichtlichen Verfügung, ihn sofort freizulassen und bis zum 10. November 2000 Gründe für seine Festnahme zu nennen, ist er weiterhin in Haft.
Paulo Mendes, Herculano Jornal Satchanga und Bartolomeu Sangueve wurden am 18. Oktober 2000 festgenommen und anschließend ebenfalls in das Internierungslager Sarasungu gebracht. In ihrem Fall hat ein Gericht ebenfalls die Behörden angewiesen, bis zum 31. Oktober 2000 die Gründe für ihre Inhaftierung mitzuteilen.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Die Inhaftierung von mutmaßlichen UNITA-Anhängern ist Teil einer laufenden Militärkampagne der namibischen und angolanischen Streitkräfte gegen die UNITA im südlichen Landesteil Angolas, der Grenzregion zu Namibia. Im Dezember 1999 hat die Regierung Namibias der angolanischen Armee gestattet, Kampfeinheiten der UNITA auf namibischen Staatsgebiet anzugreifen. Seitdem ist ein Anstieg der Menschenrechtsverletzungen seitens der angolanischen und namibischen Sicherheitskräfte zu verzeichnen. Rechtswidrige Festnahmen und Folter sind gängige Praxis. Bei den Opfern handelt es sich in der Mehrzahl um angebliche Anhänger und Kollaborateure der UNITA.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe, Telegramme oder Luftpostbriefe, in denen Sie
APPELLE AN:
The Hon. Jerry Ekandjo Minister of Home Affairs, Ministry of Home Affairs Windhoek, REPUBLIK NAMIBIA (Inneminister – korrekte Anrede: Dear Minister) Telefax: (00 264) 6122 3817
Lieut. Gen. L. Hangula Inspector General of Police, P/Bag 12024, Ausspannplatz, Windhoek REPUBLIK NAMIBIA (Polizeichef – korrekte Anrede: Dear Lieutenat General) Telefax: (00 264) 6122 8533
KOPIEN AN:
Ms Bience Gawanas, Ombudsman, Office of the Ombudsman 69 Leutwein Street, Private Bag 13211, Windhoek, REPUBLIK NAMIBIA (Ombudsperson)
Mr Phil ya Nangoloh, Executive Director, National Society for Human Rights, P.0.Box 23592 REPUBLIK NAMIBIA (Menschenrechtsorganisation) Telefax: (00 264) 6123 4286 E-Mail:
Raashied Galant, Research & Information Officer Media Institute of Southern Africa, Head Office, 21 Johann Albrecht Street Private Bag 13386, Windhoek, REPUBLIK NAMIBIA (Medieninstitut) Telefax: (00 264) 6124 8016 E-Mail:
Tangeni Amupadhi, "The Namibian" P.0. Box 20783, Windhoek, REPUBLIK NAMIBIA (Zeitung)
Kanzlei der Botschaft der Republik Namibia, Wichmannstraße 5, 2. Etage; 10787 Berlin (S. E. Herrn Hinyangerwa Pius Asheeke) Telefax: 030-2540 9555 E-Mail: namibia@home.ivm.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in in gutem Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in urgent actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 7. Dezember 2000 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/faxes/express/airmail letters in English or your own language:
- expressing concern that Jose Domingos Sekunda, Paulo Mendes, Herculano Jornal Satchanga and Bartolomeu Sangueve are being held without charge and seeking assurances that they will not be forcibly returned to Angola;
- requesting to be informed of the reasons for their arrest, and for confirmation of where they are being held;
- calling for their immediate release unless they are promptly charged with a recognizably criminal offence, and asking for them to be given access to their families, lawyers and necessary medical attention