getötet: Kikuni Masudi
Kikuni Masudi ist in einer Hafteinrichtung des Geheimdienstes "Agence nationale de renseignements" (ANR) gestorben, nachdem er Berichten zufolge tagelang gefoltert wurde. amnesty international reagiert mit Bestürzung auf diese Nachricht und befürchtet, dass weitere Gefangene in Lebensgefahr sind, wenn die Folterer nicht strafrechtlich verfolgt werden.
Kikuni Masudi starb kurz nach Mitternacht am 13. Oktober 2000. Er war am 7. Oktober 2000 von Angehörigen des Geheimdienstes ANR festgenommen und in eine Hafteinrichtung des ANR gebracht worden. Dort wurde er ausgepeitscht, mit Öl übergossen und gezwungen, auf glühenden Kohlen zu sitzen. Seine Füße wurden mit Hammerschlägen zerschmettert. Offenbar wurde er so lange gefoltert, bis er starb.
Nach Kenntnis von amnesty international ist keine Autopsie des Leichnams angeordnet worden, und bislang hat die Organisation keine Einsicht in die offizielle Sterbeurkunde erhalten, in der die Todesursache angegeben wird. Es besteht aber offenbar kein Zweifel daran, dass Kikuni Masudi durch Folterungen getötet wurde.
Nach vorliegenden Informationen war der einzige Grund für die Festnahme von Kikuni Masudi seine mutmaßliche Zugehörigkeit zur ethnischen Gruppe der Tutsi. Tutsi werden häufig Opfer von Menschenrechtsverletzungen, die von den Behörden der Demokratischen Republik Kongo (vormals Zaire) begangen werden, weil man ihnen vorwirft, die von Tutsi dominierte ruandische Regierung und kongolesische bewaffnete Oppositionsgruppen zu unterstützen, die im Norden und Osten des Landes Krieg gegen die Regierung führen.
Kikuni Masudi war ein ehemaliger Angehöriger des Sondersicherheitdienstes des Präsidenten (Groupe spéciale de sécurité présidentielle – GSSP), der direkt Staatspräsident Kabila untersteht.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
amnesty international hat zahlreiche Fälle von Folterungen in der Demokratischen Republik Kongo dokumentiert – sowohl in den von der Regierung kontrollierten Landesteilen als auch in den Gebieten, die von den Regierungen Burundis, Ruandas oder Ugandas gemeinsam mit den kongolesischen bewaffneten Oppositionsgruppen kontrolliert werden. In den meisten Fällen werden keine Ermittlungen zu den Foltervorwürfen eingeleitet, oder es handelt sich um Scheinuntersuchungen, deren Ziel es ist, die Fakten zu verschleiern und Menschenrechtsverletzungen zu leugnen, anstatt die Täter vor Gericht zu stellen.
Den Folterern Straffreiheit zu gewähren, bedeutet, weitere Folterungen zuzulassen und andere in Sicherheit zu wiegen, dass Folterer keine Bestrafung fürchten müssen. Nur wenn sichergestellt ist, dass mutmaßliche Folterer vor Gericht gestellt werden, können Folterungen in der Zukunft unterbunden werden.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telefaxe, Telegramme oder Luftpostbriefe, in denen Sie
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Son Excellence, Laurent-Désiré Kabila, Président de la République, Présidence de la République, Kinshasa-Ngaliema, DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO (Staatspräsident - korrekte Anrede: Monsieur le Président de la République) Telegramm: president kabila, kinshasa, demokratische republik kongo Telefax: (00 243) 88 02120 E-Mail: UPP@ic.cd
M. Mwenze Kongolo, Ministre de la Justice, Ministère de la Justice, BP 3137, Kinshasa Gombe, DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO (Justizminister - korrekte Anrede: Monsieur le Ministre) Telegramm: ministre justice, kinshasa, demokratische republik kongo
KOPIEN AN:
M. Leonard Okitundu, Ministre des Droits Humains, Ministère des Droits Humains, Kinshasa-Gombe, DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO (Minister für Menschenrechte - korrekte Anrede: Monsieur le Ministre) E-Mail: mininfordc@ic.cd
Kanzlei der Botschaft der Demokratischen Republik Kongo, Im Meisengarten 133, 53179 Bonn (Herrn Lhelo Boloto, Attaché, Geschäftsträger a.i.)
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in urgent actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 30. November 2000 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/faxes/express/airmail letters in French or English or your own language:
- expressing concern for the safety of all detainees held by the ANR, and seeking assurances that they will not be tortured or ill-treated;
- expressing concern that Kikuni Masudi has died in custody, apparently as a direct result of torture, and demanding an immediate investigation into his death, including an autopsy, with the results made public;
- demanding compensation for the family of Kikuni Masudi if it is found that his death was the result of torture;
- seeking assurances that anyone suspected of torture will be promptly suspended from positions in which they may be able to order or perpetrate torture, and that they will be brought to justice before a court which meets international standards of fairness;
- urging the authorities to publicly condemn torture in all circumstances and state their commitment to bringing all suspected torturers to justice.