amnesty international
Urgent Action

UA-Nr: UA-337/2000
AI-Index: MDE 14/014/2000
Datum: 03.11.2000

DROHENDE FOLTER




Irak (kurdisch kontrollierter Nordirak): Hiwa Ahmad, etwa 36 Jahre alt

In dem von der "Patriotischen Union Kurdistans" (PUK) kontrollierten Teil des Nordirak ist Hiwa Ahmad, ein Kritiker der PUK, der die dortige Menschenrechtslage angeprangert hat, festgenommen worden.

Hiwa Ahmad ist Mitglied des Exekutivkomitees der "Kommunistischen Arbeiterpartei Iraks" (KAPI). Wie es heißt, hat er einen Artikel in der Parteizeitung der KAPI geschrieben, in dem er die Menschenrechtspolitik der PUK-Führer kritisierte. Am 16. Oktober 2000 wurde er daraufhin von Angehörigen des Sicherheits- und Geheimdienstes der PUK ("Dezgay Zanyar") in der Stadt Sulaimaniya festgenommen. Berichten zufolge wurde er danach im Gebäude der Sicherheitsbehörde in Sulaimaniya ohne Kontakt zur Außenwelt gefangengehalten. Offenbar ließ man ihn am 30. Oktober 2000 frei, nahm ihn aber am darauffolgenden Tag aus unbekannten Gründen erneut in Haft.

amnesty international erkundigte sich am 26. Oktober 2000 in einem Schreiben an die PUK nach den Gründen für Hiwa Ahmads Inhaftierung, ohne bislang eine Antwort erhalten zu haben.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Seit Ende des Golfkrieges 1991 ist der vornehmlich von Kurden bewohnte nördliche Landesteil Iraks unter der Kontrolle zweier kurdischer Parteien, der KDP und der PUK. Sie kontrollieren zwei verschiedene Gebiete und habe ihre eigenen "Regierungen" ausgerufen. Im Jahre 1993 schlossen sich mehrere kleine kommunistische Gruppen zusammen und gründeten so die KAPI. Aufgrund des Drucks seitens der KDP und der PUK konnte die KAPI ihre Aktivitäten nur begrenzt ausüben.

Im Juli und August dieses Jahres waren zahlreiche Mitglieder der KAPI und auch andere Personen in Sulaimaniya festgenommen worden, nachdem es Proteste gegen angebliche politische Verfolgung durch die PUK gegeben hatte. Außerdem wurden vier bewaffnete KAPI-Mitglieder in einem Auto von Sicherheitskräften der PUK erschossen. Ende Dezember wurden die letzten der im Zusammenhang mit diesen Demonstrationen inhaftierten Personen freigelassen (siehe UA 219/00 vom 19. Juli, 25. Juli, 16. August, 31. August, 7. September und 18. Oktober 2000).

EMPFOHLENE AKTIONEN: Bitte schreiben Sie Telegramme, Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • sich nach den Gründen für die Festnahme von Hiwa Ahmad erkundigen;
  • um die Zusicherung bitten, dass er menschenwürdig behandelt wird, Zugang zu seiner Familie und einem Anwalt seiner Wahl erhält sowie erforderlichenfalls medizinisch versorgt wird;
  • seine sofortige und bedingungslose Freilassung fordern, sofern er allein wegen der friedlichen Wahrnehmung seines Rechts auf freie Meinungsäußerung inhaftiert worden ist.

    APPELLE AN:

    Jalal Talabani, President, Patriotic Union of Kurdistan (PUK)
    c/o PUK United Kingdom, First Floor, 5 Glasshouse Walk, Vauxhall, London SE11 5ES
    GROSSBRITANNIEN (Vorsitzender der PUK – korrekte englische Anrede: Dear Mr Talabani)
    Telefax: (00 44) 20-7840 0630

    Jalal Talabani, President, Patriotic Union of Kurdistan (PUK), c/o PUK USA, 444N. Capitol Street, NW, Suite 837, Washington D. C., USA (Vorsitzender der PUK – korrekte englische Anrede: Dear Mr Talabani)
    Telefax: (001) 202-6372 723

    KOPIEN AN:

    Patriotische Union Kurdistans (PUK), Büro für internationale Beziehungen
    Postfach 210231, 10502 Berlin
    Telefax: 030-345 2180
    E-Mail: pukoffice@pukg.de

    Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Kurdisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 15. Dezember 2000 keine Appelle mehr zu verschicken.

    RECOMMENDED ACTION: Please send faxes/express/airmail letters in English, Arabic, Kurdish or your own language:

    - asking why Hiwa Ahmad was arrested;

    - seeking assurances that he is being treated humanely and has access to lawyers of his own choosing, his family and any medical care he may require;

    - calling for him to be released immediately and unconditionally if he is being held solely for the expression of his beliefs.



    amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., 53108 Bonn
    Telefon: 0228/983 73-0 - Telefax: 0228/63 00 36 - email: ua-de@amnesty.de
    Spendenkonto: 80 90 100 - BfS Köln - BLZ 370 205 00