Neue Zürcher Zeitung 6.11.2000
 

Unruhen bei den Stichwahlen in Ägypten

Damiette, 5. Nov. (ap/Reuters) Bei Stichwahlen in einigen Gebieten Ägyptens ist es am Wochenende zu teilweise schweren Zusammenstössenzwischen Wählern, Demonstranten und der Polizei gekommen. Dabei wurden mindestens vier Personen getötet, über sechzig wurden verletzt. Die schwersten Unruhen fanden in drei Dörfern des Nildeltas statt. In dem Dorf Dakahla bei der Hafenstadt Damiette erschossen Polizisten einen 18-jährigen Demonstranten. Das Dorf gilt als Hochburg der verbotenen Muslimbruderschaft. In Idjar, 80 Kilometer nordöstlich von Kairo, kam es zu Strassenkämpfen zwischen der Polizei und Anhängern der regierenden Nationaldemokratischen Partei. Zwei Personen kamen ums Leben. In Atmida, 50 Kilometer südwestlich von Damiette, verlor ein Mann das Leben. Bei den Stichwahlen in Teilen des Nildeltas, der Halbinsel Sinai sowie in Oberägypten wurden zwischen den bestplacierten Kandidaten die Sieger der zweiten Runde derParlamentswahl ermittelt. Wie das Innenministerium am Sonntagabend mitteilte, haben neun vonvierzehn Kandidaten aus dem Umfeld der islamistischen Muslimbrüder einen Sitz errungen. Die Regierungspartei Mubaraks gewann 96 der 116 zur Wahl stehenden Sitze. Die dritte Wahlrunde wird am 8. November stattfinden.

 

6. November 2000

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