Todesstrafe
für Konvertiten

KABUL ap Die in Afghanistan regierenden Taliban verhängen seit Montag die Todesstrafe gegen Personen, die vom Islam zu einer anderen Religion konvertieren. Auch Nicht-Muslimen, die andere zum Übertritt bewegen wollen, droht die Todesstrafe, wie der oberste Taliban-Führer, Mullah Mohammed Omar, im amtlichen Radiosender Schariat verkündete. Omar beschuldigte die Anhänger anderer Glaubensrichtungen, insbesondere Christen und Juden, der Missionierung von Muslimen und des Versuchs der Verteufelung der von den Taliban praktizierten strikten Auslegung des Islam. Buchhändler, die Islam-kritische Druckwaren oder solche über andere Religionen verkaufen, müssten mit fünf Jahren Haft rechnen. Gläubige anderer Religionen dürfen bislang ihren Glauben praktizieren.

taz Nr. 6341 vom 9.1.2001, Seite 10, 28 Zeilen Agentur

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