amnesty international
Urgent Action

UA-Nr: UA-006/2001-1
AI-Index: AFR 16/005/2001
Datum: 15.01.2001

DROHENDE FOLTER / HAFT OHNE KONTAKT ZUR AUSSENWELT




Weitere Informationen zu UA 6/01 (AFR 16/004/2001, 12. Januar 2001)

Burundi: Daniel Nsanzurwimo, Leiter der Kommunalverwaltung von Rukaramu,
und mindestens zehn weitere Personen, darunter:
Bernard Barayegeranije, Berater von Daniel Nsanzurwimo
Barnabé Barayegeranije, Bruder von Bernard Barayegeranije
Simon Nani, Vertreter der örtlichen Verwaltung (Chef de colline)
Berchmans, Bauer
Tite Mpawnimana, Bauer
Ndagi, Bauer
Rémy Ntuyahaga
"Mama Sonia"
, Händlerin
"Mama Richard" Niyikundana, Händler

Neuesten amnesty international vorliegenden Informationen zufolge sind mindestens elf Menschen, darunter die zehn oben genannten, im Zusammenhang mit dem Anschlag vom 4. Dezember 2000 auf ein Zivilflugzeug inhaftiert worden. Neun Gefangene werden ohne Kontakt zur Außenwelt von der Gendarmerie-Sondereinheit "Brigade spéciale de Rercherche" (BSR) in Bujumbura festgehalten, während "Mama Sonia" sich in der Zentrale der Polizeieinheit "Police Spéciale de Roulage" (PSR) in Gewahrsam befindet. Da an beiden Haftorten bekanntermaßen gefoltert wird, fürchtet amnesty international um die Sicherheit der Gefangenen.

Den inhaftierten Personen wird Berichten zufolge vorgeworfen, die Behörden nicht rechtzeitig vor dem Angriff gewarnt zu haben. Worauf sich diese Beschuldigung konkret stützt, ist nicht bekannt. Mindestens sechs der Gefangenen wurden nach der Festnahme vorübergehend auf dem Militärstützpunkt Gakumbu in der Nähe des Flughafens ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.

Am 4. Dezember 2000 war eine Maschine der belgischen Fluggesellschaft SABENA beschossen worden, als es sich dem Flughafen Bujumbura näherte. Das Flugzeug konnte jedoch glücklicherweise sicher landen, ohne dass jemand ernsthaft verletzt wurde. Die burundische Regierung legt den Angriff der bewaffneten Oppositionsgruppe "Forces nationales de libération – FNL" (Nationale Befreiungskräfte) zur Last, die in der Umgebung von Bujumbura aktiv ist. Die FNL hingegen hat jede Verantwortung für den Angriff von sich gewiesen und Angehörige der Streitkräfte dafür verantwortlich gemacht.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte weitere Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • die Behörden auffordern, sofort die Identität und den Haftort aller Gefangenen bekanntzugeben und sicherzustellen, dass sie vor Folter, Misshandlung und "Verschwindenlassen" geschützt werden;
  • fordern, dass den Gefangenen umgehend der Kontakt zu Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen sowie Rechtsanwälten und Familienangehörigen gewährt wird;
  • bei den Behörden darauf dringen, dass die Gründe für die Festnahme der betroffenen Personen bekanntgegeben werden;
  • ihre Freilassung fordern, sofern sie nicht umgehend einer erkennbar strafbaren Handlung angeklagt werden und die gegen sie erhobenen Vorwürfe aufgrund von Beweisen belegt werden können.

    APPELLE AN:

    Colonel Cyrille Ndayirukiye, Ministre de la Défense Nationale, Ministère de la Défense Nationale, BP 1870 Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI (Verteidigungsminister - korrekte Anrede: Monsieur le Ministre)
    Telefax: (00 257) 22 39 59; (00 257) 21 75 05

    Général Major Vincent Niyungeko, Chef de l'Etat-major général des Forces armées, Etat-major général des Forces armées, Ministère de la Défense nationale, BP 1870 Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI (Generalstabschef des Streitkräfte - korrekte Anrede: Monsieur le Chef d'Etat -major)
    Telefax: (00 257) 22 39 59; (00 257) 21 75 05

    Monsieur Gerard Ngendabanka, Procureur Général de la République, BP 105, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI
    (Generalstaatsanwalt - korrekte Anrede: Monsieur le Procureur Général de la République)
    Telefax: (00 257) 24 15 03

    KOPIEN AN:

    Eugène Nindorera, Ministre des droits de la Personne humaine, des Réformes institutionnelles, et des relations avec l'Assemblée nationale, Ministère des droits de la Personne humaine, des Réformes institutionnelles, et des relations avec l'Assemblée nationale Bujumbura, BURUNDI (Menschenrechtsminister)
    Telefax: (00 257) 21 38 47

    Kanzlei der Botschaft der Republik Burundi, Mainzer Str. 174, 53179 Bonn
    (S.E. Herrn Séverin Ntahomvukiye)
    Telefax: (0228) 34 01 48
    E-Mail: Embassy.bonn@burundi.de

    Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 26. Februar 2001 keine Appelle mehr zu verschicken.

    RECOMMENDED ACTION: Please send faxes/express/airmail letters in French or your own language:

    - calling for immediate steps to be taken to establish the identities of and whereabouts of all those detained, and to protect them from torture and "disappearance";

    - calling them to be granted immediate access to humanitarian and human rights organizations, lawyers and their families;

    - calling on the authorities to state publically why they were arrested, and to release them immediately if they are not to be charged with a recognizably criminal offence for which there is substantiating evidence.


    amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., 53108 Bonn
    Telefon: 0228/983 73-0 - Telefax: 0228/63 00 36 - email: ua-de@amnesty.de
    Spendenkonto: 80 90 100 - BfS Köln - BLZ 370 205 00