amnesty international
Urgent Action

UA-Nr: UA-006/2001-2
AI-Index: AFR 16/006/2001
Datum: 18.01.2001

DROHENDE FOLTER / HAFT OHNE KONTAKT ZUR AUSSENWELT




Weitere Informationen zu UA 6/01 (AFR 16/004/2001, 12. Januar 2001, und AFR 16/005/2001, 15. Januar 2001)

Burundi: Bernard Barayegeranije, Berater von Daniel Nsanzurwimo
Barnabé Barayegeranije, Bruder von Bernard Barayegeranije
Simon Nani, Vertreter der örtlichen Verwaltung (Chef de colline)
Tite Mpawnimana, Bauer
Ndajige, Bauer (Name korrigiert)
Rémégie Ntuyahaga (Name korrigiert)
Seraphine Nduwimana alias "Mama Sonia", Händlerin
"Mama Richard" Niyikundana, Händler
Daniel Nsanzurwimo, Leiter der Kommunalverwaltung von Rukaramu - frei
Berchmans
, Bauer – frei

sowie
Nathanael Bisesere, Fahrradmechaniker

Vier der verhafteten Personen, die nach ihrer Festnahme im Zusammenhang mit einem Anschlag auf ein Ziivilflugzeug ohne Kontakt zur Aussenwelt gehalten wurden, darunter auch Daniel Nsanzurwimo und Berman, sind am 17. Januar 2001 freigelassen worden. Die restlichen Häftlinge werden an drei verschiedenen Orten in der Hauptstadt Bujumbura in Polizeigewahrsam gehalten: Bernard Barayegeranije und Nathanael Bisesere befinden sich im Gewahrsam der Polizeisondereinheit "Police Spéciale de Roulage" (PSR), Barnabé Barayegeranije, Tite Mpawnimana und "Mama Richard" Niyikundana sind im Gewahrsam der "Police de Sécurité publique" (PSP), und Simon Nani, Rémégie Ntuyahaga und Seraphine Nduwimana werden von der "Police judicaire des parquets" (PJP) festgehalten. amnesty international fürchtet, dass die Häftlinge weiterhin Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt sind. Besuche von ihren Familien wurden ihnen untersagt. Menschenrechtsorganisationen, die den Fall verfolgt haben, durften nicht ohne Beisein der Sicherheitskräfte mit ihnen sprechen.

Der Leiter (Commissaire Général) der PJP, der den Vorsitz in einen vom Generalstaatsanwalt eingerichteten Ausschuss zur Untersuchung des Anschlags hat, sagte aus, dass die Häftlinge nicht misshandelt werden. Dennoch hat der Untersuchungsausschuss anfangs verfügt, dass Familienangehörige oder Freunde der verhafteten Personen ihnen keine Lebensmittel bringen dürfen, um die unzureichende oder fehlende Nahrung zu ergänzen. Das hat zur Folge, dass die Häftlinge nur mangelhaft mit Nahrung versorgt werden. Diese Verfügung ist Berichten zufolge immer noch in Kraft.

Mehrere Personen, darunter die oben genannten, waren festgenommen worden, nachdem eine Maschine der Fluggesellschaft SABENA beschossen worden war als sie sich am 4. Dezember 2000 dem Flughafen Bujumbura näherte. Die burundische Regierung legt den Angriff der bewaffneten Oppositionsgruppe "Forces national de libération – FNL" (Nationale Befreiungskräfte) zur Last. Berichten zufolge werden die verhafteten Personen beschuldigt, mit der FNL zusammengearbeitet und Behörden nicht rechtzeitig vor dem Angriff gewarnt zu haben. Es ist nicht bekannt, worauf sich diese Beschuldigung konkret stützt. Unter den ursprünglich festgenommenen Personen war auch der Regierungsbeamte (Chef de secteur) Pancras aus Kinyinya, der am 17. Januar 2001 freigelassen wurde, sowie Nathanael Bisesere. Anfangs glaubte man, dass Nathanael Bisesere dem "Verschwindenlassen" zum Opfer gefallen ist. Seine Angehörigen hatten von verschiedenen Behördenvertretern widersprüchliche Informationen über seinen Aufenthaltsort erhalten, bevor schließlich durch Zufall herauskam, dass er zur PSR-Polizeistation gebracht worden war.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Bitte schreiben Sie weitere Telefaxe, Telexe oder Luftpostbriefe, in denen Sie

  • um die Zusicherung bitten, dass alle inhaftierten Personen vor Folter und grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung geschützt werden;
  • fordern, dass den Gefangenen umgehend der Kontakt zu Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen sowie Rechtsanwälten und Familienangehörigen gewährt wird;
  • die Behörden auffordern, den Grund für ihre Verhaftung bekannt zu geben und ihre Freilassung fordern, sofern sie nicht umgehend einer erkennbaren strafbaren Handlung angeklagt werden und die gegen sie erhobenen Vorwürfe durch Beweise untermauert werden.

    APPELLE AN:

    Colonel Ascension Twagiramungu, Ministre de l'Intérieur et de la Sécurité Publique, Ministère de l'Intérieur, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI (Innenminister - korrekte Anrede: Monsieur le Ministre)
    Telefax: (00 257) 22 19 82

    Général Major Vincent Niyungeko, Chef de l'Etat-major général des Forces armées, Etat-major général des Forces armées, Ministère de la Défense nationale, BP 1870 Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI (Generalstabschef des Streitkräfte - korrekte Anrede: Monsieur le Chef d'Etat -major)
    Telefax: (00 257) 22 39 59; (00 257) 21 75 05

    Monsieur Gérard Ngendabanka, Procureur Général de la République, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI
    (Generalstaatsanwalt - korrekte Anrede: Monsieur le Procureur Général de la République)
    Telefax: (00 257) 24 15 03

    Arcade Niyongabo, Commissaire Général de la Police judicaire des parquets, c/o Ministry of Justice, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI (Generalinspektor – korrekte Anrede: Monsieur le Commissaire Général)
    Telefax: (00 257) 24 15 03

    KOPIEN AN:

    Eugène Nindorera, Ministre des droits de la Personne humaine, des Réformes institutionnelles, et des relations avec l'Assemblée nationale, Ministère des droits de la Personne humaine, des Réformes institutionnelles, et des relations avec l'Assemblée nationale, Bujumbura, BURUNDI (Menschenrechtsminister)
    Telefax: (00 257) 21 38 47

    Kanzlei der Botschaft der Republik Burundi, Mainzer Str. 174, 53179 Bonn
    (S.E. Herrn Séverin Ntahomvukiye)
    Telefax: (0228) 34 01 48
    E-Mail: Embassy.bonn@burundi.de

    Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Französisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 1. März 2001 keine Appelle mehr zu verschicken.

    FURTHER RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/faxes/express/ airmail letters in French or in your own language (Please check that postal services are operating to Burundi from your country):

    - calling for guarantees that all those detained will be protected from torture or cruel, inhuman or degrading treatment;

    - calling for the detainees to be granted immediate access to humanitarian and human rights organizations, lawyers and members of their families;

    - calling for the basis of their arrest to be made public, and for the detainees to be released if they are not to be charged with a recognizably criminal offence for which there is substantiating evidence.


    amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V., 53108 Bonn
    Telefon: 0228/983 73-0 - Telefax: 0228/63 00 36 - email: ua-de@amnesty.de
    Spendenkonto: 80 90 100 - BfS Köln - BLZ 370 205 00