Iran: erneut inhaftiert: Ezzatollah Sahabi (über 70-jähriger Journalist) gegen Kaution frei: Khalil Rostamkhani (47-jähriger Dolmetscher und Übersetzer)
Wie amnesty international erfahren hat, wurde Ezzatollah Sahabi bereits im Dezember 2000 erneut in Haft genommen, nachdem er auf einer Studentenversammlung eine Rede gehalten hatte. Berichten zufolge wurde er psychischer Folter ausgesetzt und soll sich in schlechter gesundheitlicher Verfassung befinden.
Seiner Familie hat man kürzlich gestattet, ihn im Gebäudes des Revolutionsgerichts zu sehen, ihr wurde aber seine Haftort nicht mitgeteilt. Nach Angaben der Angehörigen wird Ezzatollah Sahabi in Einzelhaft gehalten und ist in einem "äußerst beunruhigenden Zustand, sowohl was seine körperliche als auch seine psychische Verfassung angeht".
Entgegen der Auskunft von Hojjatoleslam Abbas Ali Alizadeh, der höchsten Justizautorität des Landes, Ezzatollah Sahabi befinde sich im Evin-Gefängnis (siehe UA 103/00-4 vom 22. Februar 2001), berichtet die Familie des Häftlings, dass er weiterhin an einem geheimen Aufenthaltsort in Haft gehalten wird und dort spät in der Nacht "Verhöre" erdulden muss. Am 25. Februar hat der Parlamentsabgeordnete Fatemeh Haqiqat-Joo dem Vernehmen nach erklärt, Ezzatollah Sahabi werde im Gefängnis "psychologischer Folter" ausgesetzt und er habe seine Familie bei ihrem Besuch nicht erkannt.
BACKGROUND INFORMATION
Ezzatollah Sahabi wurde zusammen mit Ali Afshari im Dezember 2000 erneut inhaftiert, nachdem sie im November auf einer Studentenversammlung gesprochen hatten. Ali Afshari soll ebenfalls an einem unbekannten Ort festgehalten werden. Zusammen mit Khalil Rostamkhani und vier weiteren Personen waren sie im Januar im Zusammenhang mit ihrer Beteiligung an einer von der Heinrich-Böll-Stiftung vom 7. bis 9. April 2000 in Berlin veranstalteten Konferenz über die gegenwärtige politische Lage im Iran zu Gefängnisstrafen verurteilt worden (siehe auch EXTRA 43/00). Khalil Rostamkhani wurde gegen Zahlung einer Kaution für die zur Dauer seines laufenden Rechtsmittels vorläufig auf freien Fuß gesetzt.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte weitere Telefaxe oder Luftpostbriefe, in denen Sie
APPELLE AN:
His Excellency Ayatollah Sayed Ali Khamenei, Leader of the Islamic Republic, c/o The Presidency, Palestine Avenue, Azerbaijan Intersection, Tehran, ISLAMISCHE REPUBLIK IRAN (Religionsführer - korrekte englische Anrede: Your Excellency) Telefax: (00 98) 21-649 5880 (über d. Präsidialamt, mit Bitte um Weiterleitung: "Please forward to ...")
His Excellency Ayatollah Mahmoud Hashemi-Shahrudi, Head of the Judiciary, Ministry of Justice, Park-e Shahr, Tehran, ISLAMISCHE REPUBLIK IRAN (oberste Justizautorität - korrekte Anrede: Your Excellency) Telefax: (00 98) 21-537 8827
KOPIEN AN:
His Excellency Hojjatoleslam Sayed Mohammad Khatami, President of the Islamic Republic of Iran, The Presidency, Palestine Avenue, Azerbaijan Intersection, Tehran, ISLAMISCHE REPUBLIK IRAN (Staatspräsident - korrekte Anrede: Your Excellency) Telefax: (00 98) 21-649 5880 E-Mail: khatami@president.ir
Kanzlei der Botschaft der Islamischen Republik Iran Podbielski Allee 67, 14195 Berlin (S. E. Herrn Ahmad Azizi) Telefax: 030-8435 3535 E-Mail: iran.botschaft@online.de
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Persisch, Englisch, Französisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 12. April 2001 keine Appelle mehr zu verschicken.
FURTHER RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/faxes/express/ airmail letters in English or your own language:
- urging that prisoner of conscience Ezzatollah Sahabi be released immediately and unconditionally, and that all others imprisoned solely for the peaceful expression of their conscientiously held beliefs be released;
- expressing concern at reports that Ezzatollah Sahabi has undergone psychological torture, and is in poor health;
- seeking assurances that he will receive medical treatment immediately, and guarantees that he is being treated humanely in detention;
- seeking assurances that Ezzatollah Sahabi is being given regular access to his family and a lawyer of his own choosing;
- asking where exactly he is in custody;
- reminding the Iranian authorities that torture is prohibited under Article 7 of the ICCPR, to which Iran is a state party, which states that "No one shall be subjected to torture or to cruel, inhuman or degrading treatment or punishment".