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UN-Sonderberichterstatter Baum wirft Regierung und Rebellen in Sudan schwere Gräuel vor Von Pierre Simonitsch Der Ölreichtum Sudans ist für die Zivilbevölkerung zum Fluch geworden. Die sudanesische Regierung hat zahlreiche Dörfer niedergebrannt, die Einwohner vertrieben und die Ernten vernichtet, um die Ausbeutung der Ölquellen durch ausländische Firmen zu ermöglichen. Schwere Übergriffe begehen auch die Rebellen. Dieses Bild zeichnete der Sonderberichterstatter der UN-Menschenrechtskommission für Sudan, Gerhart Baum, am Donnerstag. GENF, 29. März. In seinem ersten Bericht für die UN-Menschenrechtskommission listete der frühere deutsche Innenminister in Genf eine Reihe dem Erdboden gleich gemachte Dörfer auf. Er befürchtet zudem, dass im Zuge des Baus einer Straße zu den Bohrplattformen am oberen Nil noch mehr Dörfer zerstört werden. Auch werde die Ölregion zunehmend von den Bürgerkriegsparteien umkämpft. Auf einer einwöchigen Reise nach Sudan hat Baum aber auch Fortschritte bei den Menschenrechten festgestellt. Die Regierung in Khartum sei bestrebt, ihren internationalen Ruf zu verbessern, berichtete er. Mehrere prominente Oppositionspolitiker wie Sadiq al-Mahdi seien in ihre Heimat zurückgekehrt und könnten dort jetzt öffentlich auftreten. Andere Oppositionelle befinden sich weiterhin ohne Prozess im Gefängnis. Baum besuchte sieben Vertreter der "Nationalen Demokratischen Allianz" im Gefängnis, die im Dezember wegen eines Treffens mit einem US-Diplomaten verhaftet wurden. Er bezeichnete willkürliche Verhaftungen und den vom Ausnahmezustand gedeckten Freiheitsentzug als ernste Menschenrechtsverletzungen. Viele Verstöße gegen die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht sind laut Baum Folge des Krieges. Die Regierungstruppen wie die "Sudanesische Volksbefreiungsarmee" (SPLA) im Süden des Landes und Stammesmilizen seien für Vertreibungen, die Ermordung von Zivilisten, Plünderungen, Entführungen und Vergewaltigungen verantwortlich. Den Regierungstruppen wirft Baum auch die Bombardierung von Dörfern vor. Solche Luftangriffe gegen Ziele in Südsudan seien in letzter Zeit seltener geworden; doch die Nubaberge und die Provinz des Blauen Nils würden weiter schwer bombardiert. Der SPLA wirft Baum Zwangsrekrutierungen, den Einsatz von Landminen und Nahrungsmittelraub vor. Als einzige positive Entwicklung sieht er die Demobilisierung von SPLA-Kindersoldaten in Kooperation mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef.
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