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Afghanistan
Länderinformationen von ecoi.net
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Bericht vom 26.06.2017: ""
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Die Einzelrichterin glaubt dem Kläger, dass er für die UNO - dort für die Abteilung des UNHCR - gearbeitet hat. Hieran hat auch die Beklagte keine Zweifel geäußert, zumal der Kläger seine Tätigkeit durch die Vorlage verschiedener Urkunden und Fotos belegt hat.

 

In Ansehung dessen ist jedoch davon auszugehen, dass der Kläger bei einer Rückkehr nach Afghanistan mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Verfolgungshandlungen von regierungsfeindlichen Gruppierungen ausgesetzt sein wird. Dafür spricht auch, dass der Kläger in der mündlichen Verhandlung zwei weitere Drohbriefe der "Mujaheddin" vom 10.12.2016 bzw. der Taliban vom 13.02.2017 - letzteren im Original - vorgelegt hat, an deren Echtheit die Einzelrichterin keine Zweifel hat.

 

Soweit der Kläger bei einer Rückkehr nach Afghanistan von regierungsfeindlichen Gruppierungen verfolgt wird, handelt es sich auch um eine "politische" Verfolgung im oben beschriebenen Sinne.

 

Den zur Verfügung stehenden Erkenntnismitteln lässt sich...weiterlesen...


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Bericht vom 29.05.2017: ""
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Vorliegend handelt es sich um Verfolgung wegen der politischen Überzeugung i.S. des § 3 Abs. 1 Nr. 1 AsylG. Der Kläger ist bereits ins Visier der Taliban geraten und muss damit rechnen, im Falle seiner Rückkehr Verfolgungsmaßnahmen im Sinne des § 3a AsylG ausgesetzt zu sein. Anhaltspunkte dafür, dass die Taliban den Kläger inzwischen - trotz des relativ geringen Zeitablaufs - nicht mehr als Gegner ansehen könnten, sind nicht ersichtlich. Vielmehr spricht viel dafür, dass die Flucht aus Afghanistan den Argwohn gegen den Kläger noch vergrößert hat.

 

Die Islamische Republik Afghanistan ist auch erwiesenermaßen nicht in der Lage, Schutz vor der Verfolgung durch nichtstaatliche Akteure zu bieten. Von einem solchen Schutz könnte man ausgehen, wenn der Staat geeignete Schritte eingeleitet hätte, um die Verfolgung zu verhindern, beispielsweise durch wirksame Rechtsvorschriften zur Ermittlung, Strafverfolgung und Ahndung der Handlungen, die eine Verfolgung darstellen, und wenn der...weiterlesen...


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Bericht vom 16.05.2017: ""
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2. Der Kläger erlitt damit unmittelbar vor seiner Ausreise aus Afghanistan durch nichtstaatliche Akteure i.S.v. § 3c Nr. 3 AsylG eine Verfolgung i.S.v. § 3a Abs. 2 Nr. 1 AsylG, die an die ihm von den nichtstaatlichen Akteuren zugeschriebene politische Überzeugung i.S.v. § 3 Abs. 1 Nr. 1, § 3b Abs. 1 Nr. 5 AsylG anknüpfte.

 

Dem Kläger wurde im vorliegenden Einzelfall nach Überzeugung des Einzelrichters von den ihn verfolgenden Taliban (§ 3c Nr. 3 AsylG) eine gegen deren Organisation gerichtete abweichende politische Überzeugung nach § 3b Abs. 1 Nr. 5 AsylG zumindest zugeschrieben, § 3b Abs. 2 AsylG. Der Kläger hat jedenfalls durch die Polizeidiensttätigkeit deutlich gegenüber den Taliban zu erkennen gegeben, dass er sich als Mitglied der afghanischen Polizei gegen die Handlungen und Ziele der Taliban wendet (vgl. VG Würzburg, U.v. 17.3.2017 - W 1 K 16.30817 - juris Rn. 19). Durch die frühere Verweigerung der Unterstützung der Taliban (Versorgung von deren Verletzten) war der...weiterlesen...


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Bericht vom 03.05.2017: ""
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Der Kläger hat den gesetzlichen Anforderung genügend dargelegt, dass die Rechtssache in Bezug auf die Frage nach der Möglichkeit eines jungen afghanischen Mannes aus dem Volk der Hazara, nach seiner Rückkehr eine ausreichende Existenzgrundlage zu finden, hinsichtlich des Vorliegens eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 AufenthG grundsätzliche Bedeutung hat (vgl. § 78 Abs. 3 Nr. 1 AsylG). Diese liegt auch in der Sache vor. Das gleiche gilt auch bezogen auf die - vorrangige - Frage, ob einem solchen Kläger im Falle seiner Rückkehr ein ernsthafter Schaden aufgrund einer möglicherweise fehlenden Möglichkeit zur Existenzsicherung im Sinne des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 AsylG drohte. Insoweit wird der Senat im Berufungsverfahren auch zu entscheiden haben, ob die tatsächliche Gefahr eines Verstoßes gegen Art. 3 EMRK im Falle der Abschiebung aufgrund mangelnder Existenzsicherung im Zielstaat der Abschiebung auch dann auf einen ernsthaften Schaden im Sinne des § 4 Abs. 1...weiterlesen...


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Bericht vom 04.04.2017: ""
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Die Klägerin hat einen Anspruch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäß § 3 Abs. 1, Abs. 4 AsylG, so dass die Beklagte insoweit wie tenoriert zu verpflichten war, § 113 Abs. 5 Satz 1 VwGO. [...]

 

a) Unter Berücksichtigung dieser Maßstäbe befindet sich die Klägerin aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihres Geschlechts außerhalb des Landes, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt und dessen Schutz sie nicht in Anspruch nehmen kann, § 3 Abs. 1 Nr. 1, Nr. 2 Buchst. a) AsylG, so dass ihr die Flüchtlingseigenschaft gem. § 3 Abs. 4 Halbsatz 1 AsylG zuzuerkennen ist.

 

Die Furcht der Klägerin vor Verfolgung im Sinne der §§ 3 Abs. 1, 3a AsylG ist begründet, weil sie in Afghanistan gegen ihren Willen den Sohn des Onkels ihres Vaters heiraten soll, was eine (ihr mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit drohende) Verfolgung im Sinne des §§ 3, 3a Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1, 6 AsylG darstellt. Die Erzwingung einer Heirat ist eine das Selbstbestimmungsrecht der Frau verletzende,...weiterlesen...


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Bericht vom 29.03.2017: ""
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Der Kläger zu 1. hat zudem glaubhaft gemacht, dass sein Leben und seine körperliche Unversehrtheit wegen seiner Tätigkeit für diese Firma durch die Taliban bedroht worden sind, er Afghanistan also vorverfolgt verlassen hat. Der Kläger hat glaubhaft vorgetragen, dass er etwa eineinhalb bis zwei Jahre vor seiner Ausreise Drohbriefe von den Taliban erhalten hat, wonach er aufgefordert worden sei, seine Tätigkeiten für die Ungläubigen einzustellen. Andernfalls werde er "eine höhere Strafe" zu erwarten haben. [...]

 

Dem Kläger zu 1. stand und steht auch keine zumutbare inländische Fluchtalternative zur Verfügung, um bei seiner Rückkehr nach Afghanistan einer Verfolgung der Taliban auszuweichen. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Kläger andernorts in Afghanistan vor Nachstellungen durch die Taliban sicher ist. Auch insoweit kommt ihm die Beweiserleichterung des Art. 4 Abs. 4 QRL zugute. Die Auskunftslage lässt auch nicht den gesicherten Schluss zu, dass die Furcht des...weiterlesen...


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