VG Magdeburg

Merkliste
Zitieren als:
VG Magdeburg, Urteil vom 05.12.2006 - 5 A 199/06 MD - asyl.net: M9226
https://www.asyl.net/rsdb/M9226
Leitsatz:
Schlagwörter: Indien, Krankheit, Abschiebungshindernis, zielstaatsbezogene Abschiebungshindernisse, Nierenerkrankung, medizinische Versorgung, Finanzierbarkeit
Normen: AufenthG § 60 Abs. 7
Auszüge:

Die Klage ist bezüglich der Anerkennung von Abschiebungshindernissen nach § 60 Abs. 7 AufenthG begründet. Denn zur Überzeugung des Gerichts steht fest, dass der Kläger im Falle seiner Rückkehr nach Indien einer erheblichen konkreten Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt wäre. Denn der Kläger ist schwer nierenkrank und unterliegt nunmehr dreimal in der Woche der Dialyse. Das Gericht ist davon überzeugt, dass der Kläger im Heimatland keine geeignete und notwendige gesundheitliche Versorgung erhält. Denn aus dem Gutachten von Fresenius Medical Care vom 07.02.05 an das VG Aachen ergibt sich, dass grundsätzlich eine an dem deutschen gesicherten medizinischen Standard entsprechende ärztliche Versorgung in Indien besteht. Jedoch wird der Kläger keiner medizinischen Behandlung zugeführt, wenn er die Kosten dafür nicht aufbringen kann. Davon ist vorliegend auszugehen. Zwar verfügt der Kläger über eine Ehefrau und zwei minderjährige Kinder in Indien. Jedoch ist das Gericht davon überzeugt, dass diese die medizinische Versorgung des Klägers finanziell nicht übernehmen können.