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275 Organisationen unterzeichnen "Memorandum für einen starken Flüchtlingsschutz"

Anlässlich des 75. Jahrestags der Genfer Flüchtlingskonvention haben Wohlfahrtsverbände und Menschenrechtsorganisationen ein Memorandum vorgelegt, in dem "eine Zukunftsvision für einen starken Flüchtlingsschutz" entwickelt werden soll. Die Denkschrift wird von 275 Organisationen auf Bundes- und Landesebene unterstützt.

Memorandum "Es geht auch anders" Juni 2026

Das am heutigen Tag veröffentlichte Memorandum "Es geht auch anders! Gemeinsam für Schutz und Zusammenhalt" wird von Amnesty International, dem AWO Bundesverband, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, der Diakonie Deutschland, Handicap International und PRO ASYL herausgegeben. Kritisiert wird einleitend, dass die Themen Flucht und Migration aktuell gezielt zu Wahlkampfzwecken instrumentalisiert würden und Geflüchtete zu Feindbildern gemacht würden. Ein spaltendes “Wir gegen die Anderen” werde so zum politischen Prinzip erhoben. Daraus resultierten eine menschenrechtlich höchst problematische Gesetzgebung, die Kriminalisierung von Schutzsuchenden und ihren Unterstützer*innen sowie “traumatische Abschiebungen und Gewalt an den Grenzen”.

Diesen Entwicklungen will das Memorandum eine Zukunftsvision entgegensetzen, indem es Impulse für einen funktionierenden Flüchtlingsschutz gibt. Diese Impulse finden sich in fünf Handlungsfeldern:

  1. Schaffung eines globalen Schutzes, unter anderem durch den Einsatz für eine weltweite Ratifizierung und Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention und durch einen globalen Fonds für den Flüchtlingsschutz 
  2. Ermöglichung gewaltfreier Grenzen und sicherer Fluchtwege, etwa durch Seenotrettung, Sicherstellung von Rechtsstaatlichkeit an den Grenzen, Schaffung legaler und sicherer Zugangswege und Ausbau der zirkulären Migration
  3. Sicherstellung fairer und effizienter Asylverfahren und langfristiger Aufenthaltsperspektiven, unter anderem durch qualitativ hochwertige Asylverfahren und effektiven Rechtsschutz sowie Verbesserung von Perspektiven nach dem Asylverfahren
  4. Stärkung von Startbedingungen und von sozialen Rechten, durch existenzsichernde Sozialleistungen, unterstützende Strukturen und den Zugang zu Bildung und Arbeit
  5. Gewährleistung von Teilhabe und Mitbestimmung, beispielsweise durch Förderung von Gemeinschaft und Begegnung sowie die Öffnung von Institutionen

Verbunden werden die einzelnen Impulse mit Handlungsvorschlägen, über die im jeweiligen Kontext diskutiert werden sollte ("Worüber wir jetzt reden wollen").

 


Hinweis

Aufgrund vielfältiger Gesetzesänderungen können einzelne Arbeitshilfen in Teilen nicht mehr aktuell sein. Wir bemühen uns, so schnell wie möglich eine aktualisierte Version zu verlinken. Bis dahin bitten wir Sie, auf das Datum der Publikation zu achten und zu überprüfen, ob die Informationen noch korrekt sind.

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