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Zitieren als:
, Bescheid vom 14.08.2007 - 5247189-223 - asyl.net: M11229
https://www.asyl.net/rsdb/M11229
Leitsatz:
Schlagwörter: Angola, Abschiebungshindernis, zielstaatsbezogene Abschiebungshindernisse, Krankheit, Hepatitis B, Hepatitis D, Leberzirrhose, medizinische Versorgung
Normen: AufenthG § 60 Abs. 7
Auszüge:

Die für den Wiederaufgreifensantrag angegebene Begründung führt zu einer für den Antragsteller günstigeren Entscheidung, weil nunmehr vom Vorliegen der Voraussetzungen nach § 60 Abs. 7 Satz 1 AufenthG bezüglich Angola auszugehen ist.

Ausweislich der vorgelegten Bescheinigung der Medizinischen Hochschule Hannover kam es bei dem Antragsteller wegen der bestehenden aktiven Hepatitis B und D Superinfektion zur Ausbildung einer Leberzirrhose. Auf Grund des fortgeschrittenen Leberumbaus bestehe grundsätzlich die Notwendigkeit einer Lebertransplantation.

Zwar ist für den Fall der Hepatitis B bekannt, dass diese in Angola häufig auftritt und die Ärzte mit dem Krankheitsbild und der Therapie vertraut sind. In Luanda können auch einfache biochemische Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden (siehe Auskunft des Auswärtigen Amtes vom 15.06.2006 an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge). Nach dem Botschaftsbericht vom 25.09.2006 können Erkrankungen wie im vorliegenden Falle, die mit einem Leberversagen verbunden sind, nicht den Notwendigkeiten entsprechend versorgt werden. Dies gilt im öffentlichen und auch im privaten Sektor. Danach ist zu erwarten, dass auch die Erkrankung des Antragstellers im Heimatland nicht adäquat behandelt werden kann und im Falle der Rückkehr in sein Heimatland eine erhebliche und konkrete Gesundheitsgefahr im Sinne des § 60 Abs. 7 des AufenthG eintreten würde.