VG Schleswig-Holstein

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Zitieren als:
VG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 21.08.2020 - 11 B 48/20 - asyl.net: M28798
https://www.asyl.net/rsdb/M28798
Leitsatz:

Die Angabe der deutschen Staatsangehörigkeit in einer Geburtsurkunde ist rein deklaratorischer Natur und, wenn sie auf einer "Scheinvaterschaft" beruht, ohne Relevanz.

(Leitsätze der Redaktion)

Schlagwörter: deutsche Staatsangehörigkeit, deutsches Kind, Vaterschaftsanerkennung, Geburtsurkunde,
Normen: StAG § 3 Abs. 1, StAG § 4, AufenthG § 28 Abs. 1 Nr. 3,
Auszüge:

[...]

31 Die deutsche Staatsangehörigkeit kann nach § 3 StAG auf verschiedene Weise erworben werden. Der Erwerb erfolgt automatisch kraft Gesetzes. Nach §§ 3 Abs. 1 Nr. 1, 4 Abs. 1 Satz 1 StAG erwirbt ein Kind durch die Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Diese Voraussetzungen liegen jedoch nicht vor, denn ... ist nicht Kind eines deutschen Staatsangehörigen. Der deutsche ... ... ist nicht der biologische Vater des Kindes ..., es handelt sich nach den Feststellungen des Amtsgerichts ... um eine sog. Scheinvaterschaft. Auch die Antragstellerin selbst trägt im Klageverfahren vor, dass die Vaterschaft nur zum Schein angegeben wurde. Daher hat kein Elternteil des Kindes die deutsche Staatsangehörigkeit und ... kann diese von keinem seiner Elternteile ableiten. [...]