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Zitieren als:
, Bescheid vom 10.05.2007 - 5219679-423 - asyl.net: M10394
https://www.asyl.net/rsdb/M10394
Leitsatz:
Schlagwörter: Afghanistan, Abschiebungshindernis, zielstaatsbezogene Abschiebungshindernisse, Sippenhaft, Kommunisten, Krankheit, Hepatitis B, Tuberkulose, medizinische Versorgung
Normen: AufenthG § 60 Abs. 7
Auszüge:

Es liegt jedoch ein Abschiebungsverbot des § 60 Abs. 7 Satz 1 AufenthG bezüglich Afghanistan vor.

Vorliegend ist eine erhebliche individuelle und konkrete Gefahrenlage gegeben. Der Antragsteller hat im Falle seiner Rückkehr nach Afghanistan wegen seiner Verwandten, die hochrangige Funktionen im kommunistischen Regime inne hatten, mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit Verfolgungsmaßnahmen seitens privater Dritter zu rechnen. Da diese Übergriffe nicht in Anknüpfung an asylerhebliche Merkmale erfolgen würden, kommt § 60 Abs. 1 Satz 4 C AufenthG nicht in Betracht. Des Weiteren hat der Antragsteller ärztliche Atteste vorgelegt aus denen sich ergibt, dass er unter einer Tuberkulose und einer chronischen Hepatitis B leidet.

Da die medizinische Versorgung in Afghanistan aufgrund fehlender Medikamente, Geräte und Ärzte und mangels ausgebildeten Hilfspersonals noch völlig unzureichend ist, ist es dem Antragsteller nicht zuzumuten, in sein Heimatland zurückzukehren. Auch in Kabul, wo mehr Krankenhäuser als im übrigen Afghanistan angesiedelt sind, ist für die afghanische Bevölkerung noch keine hinreichende ärztliche Versorgung gegeben.