Geduldete

Menschen mit Duldung haben wie Asylsuchende auch Zugang zu verschiedensten Arbeitsförderungsmaßnahmen. Sie können ohne besondere ausländerrechtliche Voraussetzungen an Maßnahmen der Berufsorientierung (siehe § 48 SGB III), der Berufseinstiegsbegleitung (siehe § 49 SGB III) sowie der Einstiegsqualifizierung (siehe § 54 SGB III) teilnehmen.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (siehe § 51 SGB III) stehen Geduldeten erst nach sechsjährigem Voraufenthalt offen oder aber unter den besonderen Bestimmungen des § 59 Abs. 3 SGB III, d.h. wenn sie sich selbst vor Beginn der Ausbildung insgesamt fünf Jahre in Deutschland aufgehalten haben und in dieser Zeit rechtmäßig erwerbstätig waren oder zumindest ein Elternteil sich während der letzten sechs Jahre insgesamt drei Jahre im Inland aufgehalten hat und in dieser Zeit erwerbstätig war.

Daneben ist zudem die Teilnahme an ausbildungsbegleitenden Hilfen (siehe § 75 SGB III) sowie an der assistierten Ausbildung (siehe § 130 SGB III) nach 12-monatiger Aufenthaltszeit ohne besondere Voraussetzungen möglich; innerhalb der ersten 12 Monate nur unter den Voraussetzungen des § 59 Abs. 3 SGB III (s.o.). Für die Teilnahme an der außerbetrieblichen Berufsausbildung (siehe § 76 SGB III) gelten zwingen die Voraussetzungen des § 59 Abs. 3 SGB III.

Finanzielle Unterstützung neben der Ausbildung können Geduldete nach 15-monatigem Aufenthalt über die Bundesausbildungsförderung (BAFöG) erhalten. Vor Ablauf dieser 15 Monate ist eine Förderung nur dann möglich, wenn die geduldete Person sich bereits seit fünf Jahren in Deutschland aufhalten und in dieser Zeit rechtmäßig erwerbstätig waren oder aber ein Elternteil während der letzten sechs Jahre für insgesamt drei Jahre diese Voraussetzung erfüllt hat (siehe § 8 Abs. 3 BAföG). Ähnliches gilt für die Berufsausbildungsbeihilfe. Nach 12 monatigem Aufenthalt – nicht mehr wie bisher nach 4 Jahren - haben Geduldete einen Anspruch darauf während einer betrieblichen Ausbildung; nach sechsjährigem Aufenthalt sogar während einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (siehe § 132 Abs. 2 SGB III). Vor Ablauf dieser 12 Monate gelten erneut die Bestimmungen des § 59 Abs. 3 SGB III.

Daneben können sie auch etwaige weitere Unterstützungsangebote der Agenturen für Arbeit sowie der Jugendämter in Anspruch nehmen.

Materialien

  • Arbeitshilfe des Paritätischen Gesamtverbands zur Sicherung des Lebensunterhalts während einer Ausbildung für Personen mit Aufenthaltsgestattung oder Duldung (Stand: April 2018).
  • Neuauflage der Broschüre "Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktzugangs von Flüchtlingen" der Caritas und des Informationsverbunds Asyl & Migration (Stand: September 2017).
  • Übersicht der GGUA Flüchtlingshilfe zum Zugang zur Ausbildungsförderung für Asylsuchende und Geduldete (Stand: Juni 2018).
  • Handreichung des Paritätischen Gesamtverbands zum Zugang zur Berufsausbildung und zu den Leistungen der Ausbildungsförderung für junge Flüchtlinge und junge Neuzugewanderte (Stand: Januar 2017).
  • Arbeitshilfe „Soziale Rechte“ des Paritätischen Gesamtverbands zum Arbeitsmarktzugang und Sozialleistungen für geflüchtete Menschen (Stand: Dezember 2016).
  • Leitfaden „Recht auf Bildung für Flüchtlinge“ von Barbara Weiser (Stand: Dezember 2016).
  • Übersicht der Bundesagentur für Arbeit zum Zugang zu Förderinstrumenten des SGB III und SGB II für Asylsuchende und Flüchtlinge (Stand: Mai 2016).
  • weitere Materialien

Links

  • Link zur Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum „BAFöG für Migranten und Geflüchtete“.