Studium

Die Aufnahme eines Studiums ist mittlerweile unabhängig vom Aufenthaltsstatus ohne vorherige Erlaubnis der Ausländerbehörde möglich. Weitaus problematischer sind wohl in der Praxis die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen, mangelnde Sprachkenntnisse sowie verloren gegangene oder nicht vorhandene Dokumente zum Nachweis des Bildungsstandes.

Grundvoraussetzung für ein Studium in Deutschland ist die Hochschulzulassung im Herkunftsland. Entspricht der Schulabschluss nicht dem deutschen Abitur oder wird er nicht als gleichwertig anerkannt, so muss zur Bewerbung an einer Hochschule eine Prüfung mit vorheriger Vorbereitung an einem Studienkolleg abgelegt werden. Daneben gibt es mittlerweile etliche zusätzliche Angebote der Hochschulen selbst, die geflüchteten Personen den Studienstart vereinfachen sollen. Anerkannte Flüchtlinge und solche mit humanitärem Aufenthaltstitel können seit Dezember 2015 auch ohne (vollständige) Vorlage von Bildungsnachweisen einen Hochschulzugang erreichen. Dafür gibt es bestimmte Verfahren, die von Universität zu Universität unterschiedlich sind.

Unionsbürgerinnen und –bürger sowie Personen aus den EWR-Staaten benötigen keine besondere Aufenthaltserlaubnis, um in Deutschland studieren zu können. Sie müssen lediglich nachweisen, dass sie krankenversichert sind und sowohl Semesterbeiträge als auch ihren Lebensunterhalt finanzieren können. Sobald sie ein Daueraufenthaltsrecht oder eine Niederlassungserlaubnis haben, haben sie Anspruch auf BAFöG. Personen aus sonstigen Drittstaaten können ebenfalls in Deutschland studieren. Sie haben meist bereits in ihrem Heimatland bei einer deutschen Hochschule eine Zulassung erhalten und können aufgrund dessen eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken beantragen (siehe § 16 AufenthG).

Materialien

  • Broschüre des Bundesfachverbands unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BUMF) über Rechte geflüchteter Jugendlicher in Deutschland (Stand: Juli 2018)
  • Übersicht der GGUA Flüchtlingshilfe zum Zugang zu Freiwilligendiensten, Arbeitsgelegenheiten und Studium für Asylsuchende und Geduldete (Stand: Juni 2018).
  • Beitrag im Asylmagazin von Charlotte Fiala: Leistungsprinzip versus Aufenthaltsrecht – Hochschulzugang für Asylsuchende und Schutzberechtigte  (Stand: Januar/Februar 2017).
  • Arbeitshilfe „Soziale Rechte“ des Paritätischen Gesamtverbands zum Arbeitsmarktzugang und Sozialleistungen für geflüchtete Menschen (Stand: Dezember 2016).
  • Leitfaden „Recht auf Bildung für Flüchtlinge“ von Barbara Weiser (Stand: Dezember 2016).
  • Beitrag im Asylmagazin von Esther Weizsäcker: Hochschulzugang für Asylsuchende – rechtliche Rahmenbedingungen und Hürden (Stand: März 2016).
  • weitere Materialien

Links

  • Link zur Webseite www.fluechtlingshelfer.info mit vielen Informationsangeboten zum Zugang zu Hochschule und Studium.
  • Link zur Zulassungsdatenbank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD)
  • Link zum Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse (ANABIN).