Familieneinheit in Deutschland

Neben der Zusammenführung von Familienangehörigen, die sich in unterschiedlichen Staaten befinden, ist auch die Familieneinheit innerhalb Deutschlands zu wahren.

Insbesondere im Asylverfahren ist zu berücksichtigen, dass enge Familienmitglieder auch innerhalb Deutschlands nicht getrennt werden sollen. So ist bei der Unterbringung Asylsuchender und der Verteilung auf die Bundesländer die Familieneinheit zu berücksichtigen. Daher sollten Asylsuchende frühzeitig auf enge familiäre Beziehungen in Deutschland hinweisen und gegebenenfalls einen Antrag auf Umverteilung stellen (siehe § 51 AsylG). Wenn Angehörige aus dem Ausland im Wege des Familiennachzugs eine Aufenthaltserlaubnis für über sechs Monate bekommen, unterliegen sie keiner Wohnpflicht in einer Erstaufnahmeeinrichtung und können zu ihren bereits aufenthaltsberechtigten Familienmitgliedern ziehen.

Auch die Asylanträge von Familienangehörigen werden meist zusammen geprüft. Bei minderjährigen Kindern gilt der Asylantrag ihrer Eltern grundsätzlich für sie mit (siehe § 14a AsylG). Reisen Kinder erst nach Asylantragstellung ihrer Eltern nach Deutschland ein oder werden erst dann geboren, so muss dies dem Bundesamt für Migration und Flüchtling (BAMF) angezeigt werden. Mit der Anzeige gilt dann der entsprechende Asylantrag als gestellt.

 

 

Materialien

  • Arbeitshilfe der GGUA Flüchtlingshilfe zum Familienasyl im Zusammenhang mit dem Familiennachzug (Stand: April 2018).
  • Dienstanweisung des BAMF zum Asylverfahren, u.a. auch zum Familienasyl (Stand: Juli 2015).