Anhörung

Ist Deutschland für die Prüfung des Asylantrags zuständig, erfolgt in der Regel die persönliche Anhörung, durch die der asylsuchenden Person Gelegenheit gegeben werden soll vollumfänglich zu den Gründen ihrer Flucht aus ihrem Heimatland vorzutragen. Die Anhörung ist zentraler Teil des Asylverfahrens. Die Prüfung des Schutzstatus basiert hauptsächlich auf den Darlegungen der asylsuchenden Person, da es im Regelfall, neben allgemeinen Informationen zum Herkunftsland, keine Nachweise für die Fluchtgründe der betroffenen Person gibt.

Die Anhörung wird von einer Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter des Bundesamts durchgeführt und kann bereits wenige Tage nach Asylantragstellung oder aber mehrere Monate danach stattfinden. Bei der Anhörung ist eine Dolmetscherin oder ein Dolmetscher des BAMF anwesend. Zusätzlich können die Asylsuchenden eine weitere Person mitbringen, die die entsprechende Sprache und Deutsch beherrscht und sie bei der Verständigung unterstützt. Auch eine beauftragte Anwältin oder ein Anwalt kann an der Anhörung teilnehmen oder aber eine andere Vertrauensperson als „Beistand“.

Die Anhörung beginnt in der Regel mit einem Katalog von Fragen, mit welchen zunächst die persönlichen Verhältnisse sowie der Reiseweg abgefragt werden. Anschließend können die Asylsuchenden ihre Fluchtgründe sowie besondere Umstände wie z.B. Erkrankungen vortragen. Die Angaben werden in einem Protokoll festgehalten, welches der asylsuchenden Person rückübersetzt wird, um Fehler und Missverständnisse zu vermeiden. Das Protokoll der Anhörung ist eines der wichtigsten Dokumente des Asylverfahrens, da es sein kann, dass eine andere Person beim BAMF als die, die die Anhörung durchgeführt hat, über den Asylantrag entscheidet.

Materialien

  • Skript zur Beratungssituation im Asylverfahren der Refugee Law Clinics Deutschland (Stand: Februar 2018).
  • Basisinformationen Nr. 1 „Das Asylverfahren in Deutschland“ (Stand: August 2017).
  • Mehrsprachige Informationen zur Anhörung im Asylverfahren (Stand: Dezember 2016).
  • Arbeitshilfe „Grundlagen des Asylverfahrens“ des Paritätischen Gesamtverbands (Stand: Dezember 2016).
  • Merkblatt der Freien Wohlfahrtspflege Niedersachsen und des Flüchtlingsrates Niedersachsen zur Beistandschaft im Asylverfahren (Stand: Dezember 2016).
  • Hinweise zu § 33 AsylG – Einstellung des Asylverfahrens wegen „Nichtbetreibens“ von Johanna Mantel (Stand: September 2016).
  • DAV-Merkblatt von RA Rainer M. Hofmann zur Anhörung beim Bundesamt (Stand: Juli 2014).
  • Memorandum für faire und sorgfältige Asylverfahren (Stand: November 2016).
  • weitere Materialien

Links

  • Link zu fluechtlingshelfer.info mit wichtigen Informationen zur Anhörungen für Geflüchtete und Beistände.
  • Link zum Leitfaden des Flüchtlingsrates Niedersachsen mit Tipps für die Anhörung (Stand: März 2018).
  • Link zum Informationsfilm „Die Anhörung“ des Kölner Flüchtlingsrats in 14 Sprachen.