Asylantragstellung

Wenn Asylsuchende sich nach der Einreise bei der Grenzbehörde, der Polizei oder einer Ausländerbehörde melden und um Asyl nachsuchen, so stellt dies noch keinen Asylantrag dar. Es handelt sich lediglich um ein sogenanntes Asylbegehren oder Asylgesuch. Die Behörden registrieren die Betroffenen und leiten sie dann an die zuständige oder nächstgelegene Aufnahmestelle weiter. Hierfür wird häufig eine sogenannte Anlaufbescheinigung ausgestellt. Das Asylgesuch kann aber auch gleich schon bei einer Aufnahmeeinrichtung vorgebracht werden.

Dort wird mithilfe des bundesweiten Systems zur Verteilung von Asylsuchenden (EASY) ermittelt, welche Aufnahmeeinrichtung für eine asylsuchende Person zuständig ist. Hierbei wird neben der Bevölkerungszahl und Leistungsfähigkeit der Bundesländer auch die Kapazität von BAMF-Standorten sowie ihre Spezialisierung auf bestimmte Herkunftsländer berücksichtigt. In der ihnen zugewiesenen Aufnahmeeinrichtung wird den Betroffenen ein Ankunftsnachweis ausgestellt und sie bekommen einen Termin zur Asylantragstellung bei der zugeordneten Außenstelle des BAMF. An etwa 25 Standorten in Deutschland sind verschiedene Schritte (Registrierung, ärztliche Untersuchung, Asylantragstellung) in sogenannten Ankunftszentren zusammengefasst (Standorte des BAMF). In diesen Zentren soll das Asylverfahren schneller durchgeführt werden.

Die Asylantragstellung erfolgt grundsätzlich persönlich. Falls noch nicht geschehen, werden hier Asylsuchende erkennungsdienstlich behandelt, d.h. es werden Fotos von ihnen gemacht und Fingerabdrücke genommen. Anhand dieser wird mit der „EURODAC“-Datenbank überprüft, ob die Betroffenen bereits in einem anderen europäischen Staat registriert wurden und ggf. ein Dublin-Verfahren eingeleitet. Bei der förmlichen Asylantragstellung wird der Ankunftsnachweis durch die Aufenthaltsgestattung ersetzt. Der Aufenthalt gilt aber schon ab Ausstellung des ersteren als gestattet.

Stand: November 2019

Materialien

  • Skript zur Beratungssituation im Asylverfahren der Refugee Law Clinics Deutschland (Stand: Februar 2018)
  • Basisinformationen Nr. 1 „Das Asylverfahren in Deutschland“ (Stand: August 2017).
  • Arbeitshilfe „Grundlagen des Asylverfahrens“ des Paritätischen Gesamtverbands (Stand: Dezember 2016).
  • Beitrag zum verkürzten Verfahren in Ankunftszentren von Johannes Moll im Asylmagazin (Stand: Dezember 2016).
  • Hinweise zu § 33 AsylG – Einstellung des Asylverfahrens wegen „Nichtbetreibens“ von Johanna Mantel (Stand: September 2016).
  • weitere Materialien

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